Reisezeit Bereit für den großen Ansturm ungewollter Tiere

Ludwigsburg / Yasina Hipp 20.07.2018

In wenigen Tagen beginnen die Sommerferien und damit auch eine stressige Zeit für das Ludwigsburger Tierheim. Viel los ist auf dem Kugelberg sowieso immer: Hundebellen, Miauen oder das Zwitschern von Vögeln, ruhig ist es im Tierheim selten.

Speziell vor den Sommerferien, aber  auch vor den Pfingstferien, bereitet sich das Tierheim unter der Leitung von Ursula Gericke, auf einen größeren Ansturm vor: „Viele Leute wissen vor dem Urlaub nicht, wohin mit ihrem Haustier und so landen die Tiere entweder bei uns oder auf der Straße.“

Genauso gelangte auch Jack-Russell-Terrier Chucky ins Tierheim. Seine Besitzer gaben den neunjährigen Hund wegen einer Trennung ab. „Die Gründe für solche Abgaben wiederholen sich seit vielen Jahren immer wieder“, so Ursula Gericke. Eine plötzliche Allergie, Streit mit dem Vermieter oder nicht mehr ausreichend Zeit für das Tier. „Oft sind das nur Ausreden denke ich, teilweise wird es auch stimmen, aber das Tier leidet trotzdem am meisten“, sagt die 57-jährige Tierheimleiterin.

Jack-Russell Chucky kam mit einem Tumor im Bauch und einem verfaultem Gebiss auf den Kugelberg. Am vergangenen Montag, wurde er direkt beim Tierarzt behandelt und versorgt.

Im Moment werden laut Ursula Gericke viele Tiere in verwahrlostem und schlechtem Zustand vom Veterinäramt gefunden und dem Tierheim in Obhut gegeben. So kümmert sich das Team rund um Gericke derzeit um sechs Kangal-Hunde, anatolische Hirtenhunde. Vor allem die vier jungen Tiere leiden unter Wachstumsstörungen, Gehörproblemen und allgemeinen Mangelerscheinungen.

Auch mehrere Perserkatzen sind neu in auf dem Kugelberg: „Die Katzen wurden in Ludwigsburg gefunden und sind sehr krank. Eine hat eine Infektion an der Gebärmutter und konnte zuerst gar nicht operiert werden.“

In den ersten zwei bis drei Tagen der Sommerferien erwartet Ursula Gericke dann noch mehr Tiere, die abgegeben werden, weil ihre Besitzer in den Urlaub fahren. „Viele wollen ihr Haustier dann noch schnell in Pflege geben, auch weil die private Unterbringung oft nicht so gut geklappt hat. Wir sind zwar keine Tierpension, aber bevor ein Tier dann ausgesetzt wird, nehmen wir es schon auf“, sagt Gericke.

Die Tierheimleiterin freut sich besonders über ihren treuen Stamm an Gassigehern, der bunt gemischt ist. Viele Rentner, Hausfrauen oder Schüler kommen regelmäßig zum Tierheim, um mit den Hunden  Gassi zu gehen.

Vor allem die Schüler werden in den Ferien mehr Zeit haben, die Hunde auszuführen. Insgesamt ist Ursula Gericke zuversichtlich gestimmt: „Wir haben jetzt schon jahrelange Erfahrung mit der Zeit vor und in den Ferien, wir bekommen das schon gestemmt.“

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