Betrugsmasche Benzinbettler in der Region aktiv

Martin Tröster 15.09.2017

Eine Betrugsmasche hat derzeit in der Region offenbar Konjunktur: Die Täter sind sogenannte Benzinbettler: Oft stehen sie am Straßenrand und bitten Autofahrer um Geld, mit der Begründung, dass sie einen leeren Tank hätten. Obwohl sie nicht in dieser Notlage sind. „Das kommt derzeit wieder häufiger vor“, sagt Peter Widenhorn, der Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. Seit Jahresbeginn zählte die Polizei im Bereich des Ludwigsburger Präsidiums, in den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen, 83 Anzeigen gegen Benzinbettler (Stand: Ende August).

83 Anzeigen präsidiumsweit

In der Regel ergaunern sie pro Betrug Kleinbeträge in Höhe von 20 oder 30 Euro. „Die Täter nutzen die Gutmütigkeit der Leute aus“, bestätigt Polizeisprecher Widenhorn. „Sie versuchen die Opfer zu überrumpeln.“ Manchmal öffneten sie unaufgefordert die Fahrzeugtüren der Opfer, oder drehten ihnen auch noch minderwertigen Schmuck zu völlig überhöhten Preisen an. Widenhorn sagt daher: „Immer wieder stellen wir eine Verbindung mit anderen Delikten fest.“

Die Täter sprechen auf sehr unterschiedliche Art und Weise ihre Opfer an: „Manche stehen schön brav in der Parklücke und warten, aber es gibt auch aggressivere Zeitgenossen, die sich vor die Fahrzeuge der Opfer stellen“, sagt Widenhorn.

Seltene Erfolge

Nur vereinzelt gelingt es, die Betrüger zu schnappen. Bei den genannten 83 Anzeigen, die präsidiumsweit bis Ende August eingegangen sind, sprangen nur 12 Strafanzeigen gegen ermittelte Täter heraus. Dass eine Person betrügt, wird spätestens dann klar, wenn sie innerhalb kurzer Zeit zum vierten oder fünften Mal um Geld für Benzin gebettelt hat. Dieselbe Notsituation an mehreren Tagen ist dann doch unwahrscheinlich. Wie  bei zahlreichen anderen Betrugsmaschen, etwa dem sogenannten Enkeltrick, werden auch die Benzinbettler laut Informationen der Polizei von oben gesteuert. „Die zocken ganze Landstriche ab“, sagt Widenhorn. In welchem Land die sitzen, ist allerdings unklar.

Die meisten Täter, die geschnappt werden, sind aus Osteuropa, vorwiegend aus Rumänien. Oft sind es laut Widenhorn Männer, sie treten oft allerdings auch paarweise auf: „Um sich eine seriösere Erscheinung zu geben, sind sie auch  mit Frau und Kind unterwegs.“