Süße Abkühlung Neben den Eisklassikern gibt es viele Eigenkreationen

Im Eiscafé Amatista in Bietigheim-Buch serviert Eva Göbelt neben den Klassiker auch Eis aus dunkler Bitterschokolade. Diese Sorte liege bei den Gästen derzeit im Trend.
Im Eiscafé Amatista in Bietigheim-Buch serviert Eva Göbelt neben den Klassiker auch Eis aus dunkler Bitterschokolade. Diese Sorte liege bei den Gästen derzeit im Trend. © Foto: Richard Dannenmann
Kreis Ludwigsburg / Bettina Nowakowski 10.08.2018

Bei tropischen Temperaturen boomen die Geschäfte in den Eisdielen und Eiscafés. Im Durchschnitt hat der Bundesbürger letztes Jahr 7,9 Liter Eis gegessen, davon 6,3 Liter als Markeneis und 1,6 Liter Eis aus Eisdielen oder Eiscafés. Das entspricht einem Verbrauch von zirka 113 Kugeln Eis im Jahr. Mit dem Hitzesommer 2018 dürfte der Verbrauch auf über acht Liter ansteigen.

Die beliebtesten Eissorten sind nach wie vor die Klassiker: Schokolade, Vanille und Erdbeere liegen an der Spitze. Eine Umfrage unter einigen Eisdielen und Eiscafés im regionalen Umkreis ergab, dass auch Fruchteissorten in diesem Jahr stark gefragt sind.

„Je heißer, umso mehr Fruchteis“, weiß Antonio Olivier vom Eissalon Olivier in Bietigheim. Besonders Mango und Maracuja zählt zu den Lieblingseissorten seiner Kundschaft. Daneben die Klassiker wie Schoko-Marzipan, Zitrone, Erdbeere und Sanddorn. „Unser Sanddorn-Eis und Zitrone-Basilikum sind sehr beliebt“, so Olivier. Die Kugel kostet hier 1,10 Euro, die Auswahl ist groß: zwischen 40 und 50 Sorten werden angeboten. Während in manchen Eisdielen bei den Rohstoffen Lieferschwierigkeiten bestehen, speziell bei Vanille, hat Antonio Olivier diese Sorgen nicht: „Wir kaufen im Fair Trade unsere Vanille direkt von einer Familie aus Réunion, da gibt es keine Lieferschwierigkeiten.“

Im Eiscafé Amatista in Bietigheim-Buch werden 24 Eissorten angeboten, darunter neben klassischer Schokolade, Vanille und Erdbeere ein Eis aus dunkler Bitterschokolade. „Die Sorte ist gerade ein bisschen im Trend“, meint Eva Göbelt. Im Straßenverkauf kostet die Kugel Eis einen Euro. „Das Geschäft läuft dieses Jahr sehr gut.“

Im Eiscafé Iannuzzi in der Bietigheimer Altstadt werden 36 Eissorten angeboten. „Am meisten werden Schokolade und Vanille verlangt“, so Geschäftsführer Francesco Iannuzzi.

Aber auch viel Fruchteis, speziell Maracuja, Heidelbeere und Mango. Besondere Eigenkreationen sind die Kombinationen Honig-Ingwer-Orange und Ricotta-Birne-Zimt. Für Kinder gibt es ein „Knisterfruchteis“ aus Mango, Maracuja und Orange mit Knuspercrips. Eine Kugel Eis kostet hier 1,10 Euro. „Auf jeden Fall ist diese Saison schon erfolgreicher als letztes Jahr“, so Iannuzzi.

Auch in Besigheim ist man mehr als zufrieden. Im Eiscafé La Terrazza bietet Geschäfsführer Alessandro D’Oria täglich frisch zubereitet zirka 40 Eissorten an, die Kugel zu einem Euro. Neben Schokolade, Erdbeere und Zitrone sind auch Wassermelone, Mango und Maracuja sehr beliebt. Einen direkten Trend gebe es nicht. „Wir variieren unsere Eissorten immer wieder neu.“ Zwei Mal am Tag werden die Rohstoffe bestellt. „Bei dem Wetter läuft es besser als im letzten Jahr“, freut sich D’Oria.

Pressesprecherin Dr. Annalisa Carnio von der Uniteis e.V., Union der italienischen handwerklichen Speiseeishersteller, kann bestätigen, dass in dieser Saison besonders an heißen Tagen Fruchteis in allen Varianten im Trend liegt. Von Mango über Melone bis Apfel, Blaubeeren oder Pfirsich werden alle Früchte verarbeitet, die meisten aus der jeweiligen Region.

Weniger Familienbetriebe

„Die Leute möchten leichtere Eissorten bei diesen Temperaturen“, so Dr. Annalisa Carnio. Die Preisspanne für eine Kugel Eis bewegt sich zwischen 80 Cent und 1,70 Euro. Der Preis setze sich aus den Personal- und Betriebskosten zusammen. „Heute gibt es immer weniger reine Familienbetriebe wie früher, wo noch alle mehr oder weniger kostenlos mitgeholfen haben.“

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