Tamm Bauvorhaben am Egelsee sorgt für Unruhe

SAF 26.06.2013
Am Egelsee, auf dem Gebiet der ehemaligen Reinigung, tut sich endlich etwas. "Einen Schandfleck" nannte Bürgermeister Roland Zeller im Gemeinderat die Ruine, die jahrelang leer stand und zum Ärger der umliegenden Anwohner immer wieder Opfer von Randalen wurde.

Am Egelsee, auf dem Gebiet der ehemaligen Reinigung, tut sich endlich etwas. "Einen Schandfleck" nannte Bürgermeister Roland Zeller im Gemeinderat die Ruine, die jahrelang leer stand und zum Ärger der umliegenden Anwohner immer wieder Opfer von Randalen wurde. Nun soll das ehemalige Industriegebiet zum Wohngebiet werden. Gemeinsam mit der Firma Wohnbau Layher hat die Gemeinde dafür eine erste Skizze erarbeitet, wie die neue Bebauung aussehen könnte. Entstehen sollen vier zwei- und dreigeschossige Wohnhäuser. Seit einem Jahr wird über das Bauvorhaben nicht-öffentlich diskutiert, nun sollen auch die Tammer Bürger mit ins Boot geholt werden. Der Rohling wird dafür vom achten Juli an vier Wochen lang der Tammer Öffentlichkeit zugänglich gemacht. "Wir wollen nach dieser Offenlegung die Träger der öffentlichen Belange und auch die Anregungen unserer Bürger anhören", so Zeller.

Probleme macht allerdings bereits jetzt der geologische Zustand des Bodens: Dort, wo gebaut werden soll, wird eine Wasserblase, nach Aussagen Rolf-Dieter Jenners (LLT) gar ein unterirdischer See, vermutet, was die Nachbarschaft in Aufruhr versetzt. Denn sollte dies der Fall sein, könnten durch den Bau Risse in den umliegenden Häusern entstehen.

"Das geologische Verhalten des Bodens muss geprüft und gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen ergriffen werden", so Robert Malessa (CDU). Jenner vermisste bereits im Entwurf des Bebauungsplans den Hinweis auf die Tragfähigkeit des Bodens. "Die Prüfung sollte im Textteil festgelegt und damit wirklich zementiert werden", sagte er und sprach sich damit gegen die Alternative der Verwaltung aus, ein diesbezügliches Schreiben an das geologische Landesamt zu verfassen. Die Mehrheit des Rates stimmte dem Antrag der LLT zu.

Reiner Balko (Grüne) hingegen beklagte die Vorgehensweise von Verwaltung und der Firma Layher, die er als "Salamitaktik" betitelte. "Wir fühlen uns von der Verwaltung an der Nase herumgeführt und können nicht verstehen, warum die tatsächliche Größe der Baukörper verheimlicht wird".

Bürgermeister Zeller hingegen wies darauf hin, dass es sich bei der Skizze nur um einen Rohling handle, für die konkrete Maßangeben nicht üblich seien.