Gemmrigheim Baugesuche: Bürgermeisterin lenkt ein

ROLAND WILLEKE 20.11.2015
Viel Lärm um nichts? Was vor zwei Monaten zum Eklat im Gemmrigheimer Gemeinderat führte, löste sich jetzt in allgemeines Wohlgefallen auf.

"Im Grunde beachten wir es ja schon", stellte Bürgermeisterin Monika Chef versöhnlich fest, als sie in der jüngsten Ratssitzung einen Antrag aus den Reihen des Gemeinderates aufrief, der zum Ziel hatte, dem Gremium mehr Einblick in die Baugesuche zu ermöglichen, die öffentlich behandelt werden. So selbstverständlich, wie Monika Chef die Angelegenheit jetzt sah, war es vor zwei Monaten aber keineswegs.

Wie in der BZ berichtet, kam es damals zum Eklat, weil zwölf der 14 Gemeinderäte es schlicht ablehnten, über sieben Baugesuche zu entscheiden, mit der Folge, dass die anwesenden Bauherren unverrichteter Dinge den Saal verließen. Die Begründung des rebellischen Dutzends: Es fehlten entscheidende Unterlagen, die die Bürgermeisterin zur öffentlichen Sitzung des Gesamtgremiums nicht hatte herausgeben wollen.

Zur jüngsten Sitzung haben die zwölf Gemeinderäte nun einen förmlichen Antrag eingereicht, in dem sie fordern, den Baugesuchen sei ein Lageplan, Pläne mit den Baugrenzen und Ansichten des neuen Gebäudes mit Nebenhäusern beizulegen. Sollten Befreiungen erteilt werden müssen, verlangen sie auch Angaben darüber, welche Befreiungen in der Nachbarschaft bereits ausgesprochen wurden. Das Ergebnis der Abstimmung war vorhersehbar: Der Antrag wurde einstimmig befürwortet. Eine Aussprache gab es nicht. Warum es eines solchen Kraftaktes bedurft hatte, um etwas zu erreichen, was andernorts selbstverständlich ist.