Die Erweiterung des bestehenden Gewerbegebietes "Gröninger Weg" in Ingersheim bringt größere Boden-Bewegungen mit sich. Durch die geplante Bebauung von zunächst einmal rund 3,5 Hektar gehen landwirtschaftliche Flächen mit ertragsstarken Böden verloren. Aus diesem Grund, so Heike Klein, Geschäftsführerin des federführenden Zweckverbandes "Gewerbepark Bietigheimer Weg", gibt es an drei Flächen "Bodenverbesserungen" mit Mutterboden: auf zwei Teilgrundstücken beim Wilhelmshof auf Freiberger Gemarkung sowie auf einer Fläche in Richtung Windrad - auf der linken Seite der Landesstraße 1113 in Richtung Besigheim. Diese Standorte, so Heike Klein weiter, sind nicht willkürlich gewählt, sondern mit dem Landratsamt abgesprochen.

Die Berechnung für eine Eingriffs-Ausgleichsbilanz ergibt, dass sich beim Schutzgut "Boden" für die Gemeinde ein Defizit von rund 300 000 Ökopunkten ergibt. Dieses Defizit könne, so Kämmerer Christian Eiberger in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates, durch die Maßnahme "Bodenverbesserung" deutlich reduziert werden.

Um die Bilanz weiter auszugleichen, wurden neben dem Abtrag und der Weiterverwendung von Mutterboden zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen ergriffen, so Heike Klein. Unter anderem wurde sogenanntes Grabeland in Fettwiesen, sowie Äcker in Grünlandwiesen umgewandelt. Fettwiesen sind in der Regel pflanzenartenarme Wiesen mit hoher Produktivität auf nährstoffreichen, sprich "fetten" Böden. Fettwiesen können, im Gegensatz zur Magerwiese, mindestens dreimal im Jahr gemäht werden, daneben ist auch Beweidung möglich. Bei Grünlandwiesen handelt es sich um Flächen, die im Gegensatz zur Weide nicht durch das Grasen von Tieren, sondern durch Mähen zur Erzeugung von Heu genutzt und erhalten werden.

Für Ungemach an der Baustelle "Gröninger Weg" sorgt bei Autofahrern unterdessen immer wieder die halbseitige Sperrung der Landesstraße L 1125 von Bietigheim-Bissingen herkommend. Dies führt vor allem morgens und abends zu längeren Staus. Mit der Verkehrsbehörde sei abgesprochen worden, keine Baustellenampel aufzustellen, so Zweckverbands-Geschäftsführerin Heike Klein. Unter anderem, weil die Sperrungen von kurzer Dauer sind und auch die nächste Ampel an der Konz-Kreuzung zu dicht folgen würde. Ob es bei den Anschlussarbeiten an die Landesstraße zu einer Ampelschaltung an der Baustelle komme, werde noch entschieden.