Der Tag nach dem Brand in der Asylbewerberunterkunft nahe des Marbacher Bahnhofes, hat erneut mit einem Feuerwehreinsatz begonnen. Gegen 7.15 Uhr rückten die Einsatzkräfte ein weiteres Mal zu dem ausgebrannten Gebäude aus: Ein Glutnest hatte sich wieder entzündet. Die Einsatzkräfte frästen eine Wand auf, um nach dem Glutnest zu suchen und löschten dieses.

Ansonsten wird der Brandort in der nächsten Zeit vor allem von der Polizei besucht. „Die kriminaltechnischen Maßnahmen laufen seit der Brandnacht“, so Pressesprecher Peter Widenhorn vom Polizeipräsidium Ludwigsburg. Ziel sei es nun festzustellen, ob das Feuer fahrlässig, etwa durch einen Defekt oder Unfall, oder mit Vorsatz entstanden ist. Je nachdem ob noch zusätzliche Fachleute hinzugezogen werden müssen, „kann sich das über Wochen bis Monate hinziehen“.

Die Polizei hatte einen 24-jährigen Gambier verhaftet, in dessen Zimmer der Brand ausgebrochen war. „Er ist in einer Psychiatrie untergebracht“, informiert Widenhorn. Auch im Fall des Feuers in einer Unterkunft in Kornwestheim war der Mann ins Visier der Polizei geraten: Es bestand der Verdacht der fahrlässigen Brandstiftung. Dieses Verfahren wurde mangels Beweisen eingestellt. Es gab die Vermutung, dass ein Heizlüfter Schuld sei, aber „aufgrund des Zerstörungsgrads konnte die genaue Brandursache nicht eingegrenzt werden“, so Heiner Römhild von der Staatsanwaltschaft Stuttgart.

Die Bewohner der evakuierten Häuser in Marbach konnten mittlerweile teilweise wieder in ihre Zimmer zurückkehren – zwei Blöcke der Wohnanlage blieben unversehrt. Die 54 Bewohner des zerstörten Gebäudes und des verrauchten Blocks wurden noch im Laufe des Donnerstags auf andere Unterkünfte des Landkreises aufgeteilt, erklärt der Erste Landesbeamte Jürgen Vogt. Eine Frage, die in den sozialen Medien immer wieder aufkam war, wie Bürger helfen könnten. Das sei vorerst nicht notwendig, erklärt Vogt: „Die Bewohner haben Kleidung vom DRK bekommen.“ Zudem verfügt der Kreis auch über ein Lager in Freiberg, das einen gewissen Vorrat an Dingen des täglichen Bedarfs beherbergt. Die Bereitschaft freue Vogt aber, ebenso „der bisher reibungslose Ablauf“.