Angeregt durch die UNESCO wurde der Welttag des geistigen Eigentums im Jahr 2000 von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) erstmals begangen. Man wollte damit den Wert von Kreativität und geistigem Eigentum transparent machen und verdeutlichen, wie wichtig es sei, diese zu schützen. Das gilt auch ganz konkret für die Forschung und Entwicklung in großen Unternehmen. Laut der aktuellen Studie zur Produktpiraterie 2014 des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagebau (VDMA) sind 71 Prozent der Branche von Produkt- oder Markenpiraterie betroffen.

Ein Problem, das auch bei "Mann+Hummel" bekannt ist. "Wir haben in unserer Rechtsschutzabteilung ein spezielles Team, das sich ausschließlich mit dem Schutz des geistigen Eigentums beschäftigt", so "Mann+Hummel"-Sprecher Harald Kettenbach. "Wir sind da ständig Angriffen ausgesetzt und tun alles, um unsere Entwicklungen zu schützen." Mehr als 1.000 Forscher und Entwickler arbeiten für "Mann+Hummel" in einem dezentralen Forschungsnetzwerk weltweit. Fast 100 Millionen Euro werden für die Forschung eingesetzt. Mehr als 3.000 Patente hat "Mann+Hummel" inzwischen angemeldet. Das dritte Jahr in Folge ist das Unternehmen damit unter den Top 50 der Patentanmelder und rangiert in der Liste der nationalen Patentanmelder beim DPMA (Deutsches Patent- und Markenamt) auf Platz 25. Aber nicht nur Patente seien wichtig, sondern ebenso der Markenschutz: "Markenschutz ist auch Verbraucherschutz", so Kettenbach.

Das trifft auch für die Dürr AG in Bietigheim-Bissingen zu. Hier umfasst die Forschungsabteilung 248 Mitarbeiter. Pro Jahr gebe es ungefähr 40 Neuentwicklungen. Letztes Jahr wurden rund 43 Millionen Euro investiert, davon entfallen allein zirka 3,9 Millionen auf den Schutz der innovativen Entwicklungen. "Innovationen beziehungsweise Erfindungen sind der einzige Weg, um sich die Marktführerschaft zu erhalten", hebt Dürr-Sprecher Mathias Christen hervor. "Man muss den Wettbewerbern immer eine Nasenspitze voraus sein." Alle zwei Jahre stellt das Unternehmen seine Neuheiten auf der Hausmesse vor, die aktuell vom 12. bis zum 16. Mai stattfinden wird.

Bei der Bietigheimer "FuMA-Tech" GmbH schützt man sich ebenfalls mit Patenten. "Patentschutz ist wichtig, aber kein vollkommener Schutz", weiß Geschäftsführer Dr. Bernd Bauer. Hier arbeiten zehn Angestellte in der Forschung und Entwicklung. Im Jahr gibt es durchschnittlich fünf Patentanmeldungen.

Auch bei den Hohenstein Instituten in Bönnigheim weiß man um die Brisanz von Produktpiraterie. "Gerade in der Textilindustrie ist das ein großes Thema", so Prof. Dr. Stefan Mecheels. "Deutschland ist Marktführer im Bereich der technischen Textilien, da steckt viel Know-how drin, das gegen die Konkurrenz geschützt werden muss." Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung umfasst 50 Mitarbeiter, die auch daran arbeiten, Textilien fälschungssicher zu machen.

Laut VDMA ist Deutschland "Plagiatsland" mit steigender Tendenz. Schutzrechte wie Patent- und Markenanmeldungen werden von über 80 Prozent der Unternehmen genutzt.

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