Innerhalb des Tages der offenen Tür der deutschen Mineralbrunnen hat die Alwa Mineralbrunnen GmbH Sersheim ihre Produktion vorgestellt. Unter dem Motto „Der Natur auf der Spur“ erklärte das Familienunternehmen, wie das Mineralwasser aus tiefen Gesteinsschichten in die Flasche kommt. Von der Leitungswasser-Lobby um Bundesumweltministerin, Svenja Schulze (SPD), wollen sich Gerhard und Denise Kaufmann keinen Stress machen lassen. „Jeder sollte sein Wasser finden“, lautet ihre Devise.

Auf dem Markt gut platziert

„Jedes Wasser hat seine Berechtigung, aber wir müssen viel tun“, beurteilt der geschäftsführende Gesellschafter der Alwa GmbH in der Unternehmensgruppe Winkels, Gerhard Kaufmann, die aktuelle wirtschaftliche Lage der Mineralbrunnenbranche. Die Geschäftsführerin Marketing und Vertrieb, Denise Kaufmann, sieht die Produkte, die ihr Großonkel auf die vier mittleren Buchstaben des Wortes MinerAlwasser (Alwa) getauft hat, auf dem Markt jedoch immer noch gut platziert. „Sie kommen aus tiefen Gesteinsschichten und sind damit ein Naturprodukt“, stellt Denise Kaufmann fest. Darauf lege der Verbraucher im Sinne seiner gesunden Ernährung großen Wert.

An den vier stark automatisierten Produktionsstandorten der Sersheimer Alwa-Werke arbeiten aktuell 190 Leute, in der Logistik 700 und im Vertrieb sowie in der Verwaltung noch einmal 100 Mitarbeiter. Nicht nur aus der Perspektive der Arbeitsplätze gesehen zeigt sich Gerhard Kaufmann mit der Kampagne der Bundesumweltministerin fürs Leitungswasser alles andere als einverstanden. Svenja Schulze mache richtig „Stimmung“ gegen Mineralwasser und fördere sogar öffentliche Trinkbrunnen.

In einer Präsentation stellte Kaufmann auch dar, dass es sich bei 94 Prozent aller Alwa-Flaschen um Mehrwegflaschen handele, die über ein „vorbildliches Rücknahmesystem“ wieder kämen. Nur sechs Prozent seien Einwegflaschen und jede PET-Flasche werde bis zu 55mal wieder verwendet. „Die deutschen Mineralbrunnen leisten einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz und zur nachhaltigen Nutzung von Ressourcen“, betonte Kaufmann. „Bis zum nächsten Jahr“, beschreibt er den Trend, „werden wir von 33 auf 55 Prozent Glasanteil kommen“. Die Entwicklung gehe ganz klar wieder zum Glas zurück, wobei aber auch bei den PET-Flaschen kein Plastik ins Mineralwasser übergehe. Es sei denn, der Verbraucher lasse sie bei 50 Grad im Auto liegen.

In Kürze geht in Sersheim eine neue Glasanlage in Betrieb. Letztendlich, so Gerhard und Denise Kaufmann, entscheide der Verbraucher, ob er lieber Wasser aus einer durch ihre ursprüngliche Reinheit gekennzeichnete Mineralquelle trinkt, die regelmäßig untersucht werde, oder Leitungswasser, meist Oberflächen- oder Grundwasser, das vorher durch kilometerlange Rohre gelaufen sei und ab der Grundstücksgrenze überhaupt nicht mehr kontrolliert werde. Hier berufen sich die Sersheimer Mineralwasser-Anbieter auf Professor Andreas Hensel vom Bundesinstitut für Risikobewertung, welcher festgestellt habe, dass in so manchen Haushalten das Wasser auf der Toilette besser sei als das aus dem Hahn an der Spüle.

Vier Prozent Wachstum

Insgesamt gesehen konnte Alwa von 2017 auf 2018 vier Prozent Wachstum verzeichnen, was für einen „Supersommer von April bis Oktober“ sehr wenig sei, meinte Gerhard Kaufmann in seiner Produktionshalle, wo tausende von Flaschen an ihm vorbei tanzten, um dann in einer Elektrohängebahn über die Straße ins Lager transportiert zu werden.

An Plastikflaschen, die dem Recycling zugeführt werden, gab es auf dem Firmenhof eine überschaubare Menge zu sehen. Das meiste ist PET-Mehrweg, weshalb der Verbraucher nach Meinung der Firmenleitung nicht glauben sollte, dass PET-Flaschen die Weltmeere vermüllen. Durch die Mehrweg-Anlage laufen in Sersheim 630 000 Flaschen pro Tag. Von der Quelle in die Flasche braucht das Mineralwasser nur 40 Minuten.