Aktionstag Als Quereinsteiger in den Service

Eine Servicekraft richtet die Tischdeko: Jobs im Hotel- und Gaststättengewerbe leiden mitunter unter einem schlechten Image. Stimmt alles nicht, sagen die Betriebe und informieren bei einem Aktionstag.
Eine Servicekraft richtet die Tischdeko: Jobs im Hotel- und Gaststättengewerbe leiden mitunter unter einem schlechten Image. Stimmt alles nicht, sagen die Betriebe und informieren bei einem Aktionstag. © Foto: DPA dpa
Von Uwe Roth 08.06.2018

Das Hotel- und Gaststättengewerbe im Landkreis sucht händeringend Arbeitskräfte. Weil dem so ist, wollen die Betriebe bei einem Aktionstag neben Ausbildungsplatzsuchenden auch Quereinsteiger ansprechen und über die zahlreichen Jobmöglichkeiten informieren. Die Veranstaltung ist am Donnerstag, 14. Juni, in den Räumen der Agentur für Arbeit Ludwigsburg in der Stuttgarter Straße 53. Zwischen 13.30 und 16.30 Uhr sind Berater dort, die besonders auf die Berufe im Bereich Küche, Service und Housekeeping aufmerksam machen. Vor dem Gebäude steht von elf Uhr an das Gastromobil mit seinen multimedialen Informationsangeboten.

172 Stellen unbesetzt

Im Landkreis sind aktuell 172 unbesetzte Arbeitsstellen in diesem Bereich gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte aber weitaus höher sein, zeigte sich Martin Scheel, Leiter der Agentur, bei der Vorstellung des Programms für den Aktionstag am Donnerstag überzeugt. Ein besonderes Problem sei die hohe Fluktuation, begründete Laurent Durst eine Ursache für die vielen offenen Stellen. Er ist Chef der Alten Sonne in Ludwigsburg und einer der Initiatoren der Veranstaltung. Junge Leute mit Ausbildung ließen sich maximal ein bis zwei Jahre halten, danach zögen sie weiter, um woanders Erfahrungen zu sammeln.

Auch bei ihm wird aus diesem Grund demnächst eine Kochstelle frei. Die vielen Möglichkeiten, sich im In- und Ausland austoben zu können, sei für den Berufsnachwuchs ein Vorteil, für die Arbeitgeber indes häufig ein Nachteil, weil sie deswegen ständig auf Mitarbeitersuche seien. Eine gute Chef-Mitarbeiter-Bindung ist für ihn deswegen unerlässlich. Durst hat selbst in vielen europäischen Küchen sein Handwerk perfektioniert und liebt das kreative Potenzial seines Berufs. „Das ist Kunst“, schwärmte er.

Während des Aktionstages „Hotel- und Gaststättenberufe“ werden die Berater auch gegen das schlechte Image der Branche ankämpfen, das von vermeintlich langen Arbeitszeiten, Wochenendarbeit, Stress und schlechter Bezahlung geprägt ist. „In der Branche kann man gut verdienen“, versicherte der Gastronom. In der gehobenen Gastronomie sei man vom Mindestlohn weit entfernt. Eine Zeiterfassung sei in vielen Häusern eine Selbstverständlichkeit geworden. Hugo Kurz ist Geschäftsführer der Heilbronner Zweigstelle des Hotel- und Gaststättenverbands und Mitveranstalter. Er sagte: „Das Gewerbe kennt so viele Varianten, von der Kantine bis zur Sterneküche. Man kann sich den Job aussuchen, der zu einem passt.“

Die Zielgruppe umschreiben die Veranstalter des Aktionstags so: „Angesprochen sind alle Motivierten jeden Alters und Schul- oder Ausbildungsabschlusses, die Lust auf eine Tätigkeit in dieser Branche haben.“ Interessierte können mit Vertretern von Bildungsträgern beispielsweise abklären, ob sie als Branchenneulinge oder Quereinsteiger noch eine Aus- oder Weiterbildung brauchen, um den angepeilten Job zu bekommen.

Beim Aktionstag vertreten ist auch der Schnitzelhof in der Rommelmühle Bietigheim, der auf der Suche nach Servicekräften ist. Im besten Fall, so versprechen die Veranstalter, könnten die Besucher zumindest eine Einladung zum Vorstellungsgespräch in einem Betrieb in Wohnortnähe mit nach Hause nehmen.

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel