Wegen steigender Nachfrage nach Blutkonserven drohen unter anderem in Baden-Württemberg Engpässe. Der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) schlägt wegen der Entwicklung bereits Alarm: Im Südwesten und auch in Hessen könne derzeit nicht einmal der Bedarf eines durchschnittlichen Tages abdeckt werden, sagte Stephan Küpper vom Blutspendedienst West des DRK. Der Vorrat an Konserven reiche keine 24 Stunden. Das führe sogar dazu, dass nicht dringend notwendige Operationen an Krankenhäusern verlegt werden müssen. Die Kliniken befänden sich trotz des aktuellen Mangels aber nicht in einer dramatischen Notsituation. „Niemand muss jetzt Angst haben, dass überlebensnotwenige Maßnahmen ausbleiben“, sagte Küpper.

Rudolf Feix ist Blutspendereferent des DRK im Landkreis Ludwigsburg: „Aus meiner Erfahrung kann ich aktuell nur sagen, dass wir in Benningen einen zentralen Blutspendetermin haben und der läuft ordentlich. Wir hatten allerdings letzte Woche auch einen im Kreis Heilbronn und der blieb hinter den Erwartungen zurück.“ Seit Ende März seien im Landkreis 13 Blutspendetermine abgesagt worden, dafür wurden vier einwöchige Blutspendezentren in großen Hallen angeboten in Eglosheim, Markgröningen, Kleinbottwar und diese Woche Benningen.
Feix hofft das Defizit wieder aufholen zu können: „Wir gehen jetzt wieder in die Fläche. Ausgefallene Termin werden wir versuchen nachzuholen.“ Jedoch müsse das DRK das ein oder andere Spendelokal wechseln, da wir mit den jetzigen Standards deutlich mehr Platz benötigen. Das sei wegen des nun notwendigen „Sicherheitsabstand“ von mindestens 1,50 Meter erforderlich.
Sorgen um knappe Blutreserven in Krankenhäusern des Kreises muss man sich nach Auskunft des Pressesprechers der RKH-Kliniken auch nicht machen. Alexander Tsongas sagt: „Die RKH Kliniken haben keine Knappheit an Blutkonserven/Blutpräparaten.“ Man beziehe die Blutpräparate bei der Blutbank des Klinikums Stuttgart/Katharinenhospital. „Dort gab es in der Coronazeit wohl so viele freiwillige Spender, dass nun überproportional viele Blutkonserven zur Verfügung stehen“, erklärt Tsongas. Zudem wurden in letzter Zeit weniger Blutkonserven von den Krankenhäusern abgerufen, da alle Krankenhäuser ihre geplanten Operationen während der Corona-Hochphase heruntergefahren hatten.

Blutspenden nur mit Maske, Termin und ohne Imbiss im Anschluss


Das sind die neuen Corona-Vorschriften, die derzeit bei einem Blutspendetermin des DRK beachtet werden müssen:

● Im Eingangsbereich findet vorab eine Temperaturmessung und Händedesinfektion statt.

● Hinzu kommt, dass jeder Einzelne über mögliche Rückstellungsgründe in Bezug auf Corona abgefragt und informiert wird. 

● Eingangs- und Ausgangsbereich sind getrennt, um die Begegnungen der kommenden und gehenden Spender zu minimieren.

● Jeder Spender erhält vor Eintritt in die Halle einen neuen Mund- und  Nasenschutz vom Roten Kreuz gestellt.

● In allen Bereichen im Spendelokal wird ein Abstand von mindestens 1,50 Meter eingehalten.

● Laut Rudolf Feix im Kreisverband Ludwigsburg zuständig für die Blutspendetermine des DRK arbeite man zudem mit maximal fünf ehrenamtlichen Helfern pro Termin, um die Zahl der Menschen im Spendelokal so niedrig  wie möglich zu halten.

● Blutspendetermine werden bis auf weiteres nur mit Terminreservierung angeboten. Nur mit einem Termin darf man spenden.

● Spendewillige, die in den vergangenen vier Wochen aus dem Ausland zurückgekehrt sind, müssen für vier Wochen nach Rückkehr von der Blutspende zurückgestellt werden.

● Auch wird derzeit kein Imbiss angeboten und ausgegeben. Momentan gibt es für Spender nur ein kleines Dankeschön zum Mitnehmen. bz

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