Landkreis Ludwigsburg / Yasina Hipp  Uhr

Nach Monaten des Lernens, der Aufregung und schließlich der Erleichterung freuen sich die meisten Abiturienten darauf, endlich ihr Zeugnis in den Händen halten zu können. An den meisten Gymnasien findet die Zeugnisübergabe im Rahmen eines Abiballs statt. Das verantwortliche Komitee zur Organisation des Balls hat dabei alle Hände voll zu tun. Zuerst müssen adäquate Räumlichkeiten gefunden und reserviert werden, dann müssen die Abiturienten ein Programm auf die Beine stellen und schließlich muss auch noch ein schönes Kleid oder ein Anzug gekauft werden.

Kein Platz in Ludwigsburg

Die 18-jährige Alisa Bogukanin ist im Abiball-Komitee des Ellental-Gymnasiums: „Wir waren sonst jedes Jahr im Forum in Ludwigsburg, aber das ging dieses Jahr nicht. Dann haben wir lange nach einem Ersatz gesucht und feiern jetzt in Fellbach in der Schwabenlandhalle.“ Mit dieser Lösung sind die Schüler auch sehr zufrieden, es sei nur schade, dass Fellbach eben nicht direkt um die Ecke liege. An diesem Donnerstag finden die Feierlichkeiten des Ellental-Gymnasiums statt.

Esther Kölmel vom Forum am Schlosspark in Ludwigsburg weiß, warum die Ellental-Schüler ihren Abiball dieses Jahr nicht in der Residenzstadt feiern konnten: „Wir sanieren gerade unseren Küchenbereich und nehmen deswegen nur Ludwigsburger Anfragen an und keine von umliegenden Schulen.“ Aus diesem Grund finden dieses Jahr im Forum nur insgesamt acht Abibälle statt. Für 2020 sind schon elf Feste vorgemerkt. „Mit einigen Schulen kooperieren wir schon seit Jahren und da fragen wir dann schon immer an, ob ein Termin freigehalten werden soll, natürlich kommen aber auch immer wieder Anfragen von außerhalb“, so Kölmel.

Mindestens eineinhalb oder sogar zwei Jahre vor dem großen Tag sollten diese Termine vonseiten der Schulen in Absprache mit dem Forum ausgemacht werden. Im Großen und Ganzen nehmen die Verantwortlichen gerne Abibälle an: „Das läuft immer alles ganz partnerschaftlich und harmonisch ab. Wir beraten die Schulen beziehungsweise die Schüler auch gerne, gerade wenn es um die Zusammenarbeit mit unserer Gastronomie geht.“

Das Sachsenheimer Lichtenstern-Gymnasium ist seit vielen Jahren schon im Bietigheimer Kronenzentrum zu Gast. „Da wir eine christliche Schule sind, halten wir erst einen von den Schülern gestalteten Gottesdienst in der Stadtkirche ab“, erklärt Reinhart Gronbach, Rektor des Gymnasiums, „dann laufen wir alle gemeinsam die Altstadt hinunter ins Kronenzentrum und dort übergebe ich den Schülern ihre Zeugnisse.“ Auf diese Kombination aus Gottesdienst und Zeugnisübergabe legt der Schulleiter auch sehr viel wert. Bei dem restlichen Programm lässt er seinen Abiturienten freien Lauf.

Kosten von 16 000 Euro

„Die Schüler organisieren alles immer in Zusammenarbeit mit den Eltern und werden von unserer Eventmanagerin Margit Holzhäuer unterstützt“, so Gronbach weiter. Auch um die Kosten des Abiballs, die zwischen 13 000 und 16 000 Euro liegen, und um deren Finanzierung kümmern sich die Schüler selbst. In diesem Jahr haben die Abiturienten bei einem Wettbewerb einen Großteil des Geldes in Höhe von 10 000 Euro gewinnen können. Außerdem kosten die Eintrittskarten zur Feier um die 25 Euro.

Am 20. Juli können dann auch endlich die Sachsenheimer Schüler ihre Zeugnisse in der Hand halten. Beim Besigheimer Christoph-Schrempf-Gymnasium ist es schon am Freitag soweit. Die Besigheimer feiern in der Alten Kelter. Die Abiturienten des Alfred-Amann-Gymnasiums haben bereits am Dienstagabend im feierlichen Rahmen im Schulzentrum ihre Zeugnisse erhalten.