Freiberg A 81 sorgt für dicke Luft

Der Verkehr auf der A 81 sorgt in Freiberg für eine hohe Schadstoffbelastung. 2016 soll es Maßnahmen dagegen geben.
Der Verkehr auf der A 81 sorgt in Freiberg für eine hohe Schadstoffbelastung. 2016 soll es Maßnahmen dagegen geben. © Foto: Helmut Pangerl
GÜNTHER JUNGNICKL 19.11.2015
Nach einem Jahr Arbeit wurde dem Freiberger Gemeinderat ein Klimaschutzkonzept vorgelegt. 2016 sollen erste Maßnahmen beschlossen werden.

Das Ergebnis der Untersuchungen überraschte niemanden: Die A 81 und die Haushalte sind es vor allem, die für dicke Luft in Freiberg sorgen. Dr. Ulrich Fahl vom Institut für Rationelle Energieanwendung (IER) an der Uni Stuttgart stellte dies bei der Präsentation des Konzepts genauso bestimmt fest, wie die Tatsache, dass auch die meisten Haushalte längst noch nicht so energetisch ausgerüstet sind, wie es eigentlich erforderlich wäre. Das heißt: Energie wird auch zum Schaden der Hausbesitzer selbst noch zu viel verschwendet.

Dicke Luft also im Rathaus? Mitnichten. Was da nach einem Jahr Arbeit vom Fahls Institut, von den Fachleuten des Ludwigsburger Energetikoms und der Energieagentur LEA unter Mithilfe von einigen Freiberger Bürgern und vielen Schülern der Oscar-Paret-Schule im Auftrag des Gemeinderats zusammengetragen wurde, war nicht nur sauber aufgelistet, sondern auch gleich durch Handlungsanleitungen ergänzt worden. Vorerst nahm der Gemeinderat allerdings diesen Maßnahmenkatalog nur zur Kenntnis, weil Bürgermeister Dirk Schaible vorschlug, dass sich der Gemeinderat gleich im ersten Quartal des kommenden Jahres damit beschäftigen und erste Beschlüsse dazu fassen könne.

Denn Freiberg will nach dem Motto "Global denken - lokal handeln" einen Beitrag zu dem großen globalen Ziel leisten, die zunehmende Erderwärmung langfristig auf maximal zwei Prozent zu begrenzen. Entsprechende Beschlüsse werden vom Klimagipfel der Weltgemeinschaft erwartet, der Ende November/Anfang Dezember in Paris tagen wird.

Die Stadt Freiberg hatte sich deshalb rechtzeitig bei der Nationalen Klimaschutzinitiative der Bundesregierung um Fördergelder beworben und 2013 auch einen entsprechenden zustimmenden Bescheid erhalten. Erst danach wurde eine Energie- und CO2-Bilanz erstellt, daraus Potenzialabschätzungen getroffen und entsprechende Szenarien entwickelt. Sie bildeten schließlich die Grundlage für die jetzt vorliegenden 60 Maßnahmen und Handlungsempfehlungen.

Die dazu notwendigen sechs Handlungsfelder listete Dr. Fahl in seinem Vortrag auf und sie betreffen die Kommune selbst, die Öffentlichkeitsarbeit, Gebäude und Quartiere, Kraft-Wärmekopplungsmöglichkeiten, Industrie und Gewerbe sowie den Verkehr. Vor allem der Öffentlichkeitsarbeit maß Dr. Fahl vor dem Hintergrund der Ermittlung von den Haushalten als größten Luftverschmutzern eine enorme Bedeutung zu.

Ralph Schmid (Grüne) wollte umgehend Taten sehen. Ohne einen Klimaschutzmanager sei das ganze Konzept nur Kokolores, sagte er. Bürgermeister Schaible wollte eine sofortige Diskussion darüber vermeiden und verwies auf Entscheidungen im nächsten Jahr.