Pleidelsheim "Sie bereichern unsere Gemeinde"

Pleidelsheim / JÖRG PALITZSCH 19.11.2015
In Pleidelsheim hat das Asyl-Zentrum seine Arbeit aufgenommen. Die Gemeinde hat dafür ein Gebäude, das abgerissen werden soll, zur Verfügung gestellt.

Das Asylzentrum in der Pleidelsheimer Hafengasse wurde durch die Eigenarbeit des Arbeitskreises Asyl und der Flüchtlinge im Ort renoviert. Ermöglicht haben das Zentrum auch Geld- und Sachspenden, Privatpersonen und Firmen aus Pleidelsheim haben zusätzlich unterstützt, so Dr. Friedrich Löblein, Vorsitzender und Sprecher des Pleidelsheimer Arbeitskreises Asyl. Von Wüstenrot in Ludwigsburg habe man Schränke und Sideboards zur Verfügung gestellt bekommen und das Klinikum Ludwigsburg überließ aus seinem Depot Tische und Stühle.

An der offiziellen Eröffnung des Asylzentrums nahmen Bürgermeister Ralf Trettner und zahlreiche Bürger aus dem Ort teil. Die Gemeinderäte aus allen Fraktionen waren ebenso gekommen, wie die im Rathaus für die Flüchtlinge zuständigen Mitarbeiter sowie die für Pleidelsheim zuständigen Sozialarbeiter des Landratsamts und der Caritas. Trettner sagte, die Pleidelsheimer seien gegenüber den Flüchtlingen sehr offen, hilfsbereit und haben sie freundlich aufgenommen. "Sie bereichern unsere Gemeinde", sagte Bürgermeister Trettner. Zur musikalischen Abrundung trug der Chor der Asylsuchenden bei, der bereits beim Pleidelsheimer Abend aufgetreten war. Geboten wurde den Gästen Lieder aus Syrien und Eritrea im nordöstlichen Afrika.

Eingerichtet sind im Asylzentrum in Pleidelsheim der Treffpunkt "Café" und eine Warenkammer. Die nächsten Öffnungszeiten für das Treffpunkt "Café" und die Warenkammer sind am Samstag, 28. November, 15 bis 17 Uhr. Das Team der Warenkammer koordiniert Sylvia Knör, das Team im Café Julia Failmezger. In der Warenkammer können Flüchtlinge und Asylsuchende gespendete Haushaltswaren sowie Männer-, Frauen-und Kinder-Kleidung kostenlos erhalten. Die Einrichtung steht auch allen anderen Bedürftigen in Pleidelsheim zur Verfügung. Derzeit sind nach Auskunft der Pleidelsheimer Gemeindeverwaltung 58 Flüchtlinge im Ort untergebracht. Zum Teil privat, im umgebauten Gasthof "Pleidelsheimer Hof" und in einem Gebäude beim Autobahnanschluss. Einige davon werden von der Gemeinde im Bauhof und zur Reinigung der Schule und Sporthalle beschäftigt. Bisher ging die Verwaltung davon aus, dass bis in ein paar Monaten 140 Personen in Pleidelsheim leben. Diese Plätze seien bereits baurechtlich genehmigt, müssen aber noch zum großen Teil hergestellt werden.

Inzwischen habe sich die Situation drastisch verändert. Die steigenden Flüchtlingszahlen hätten zur Folge, so Bürgermeister Ralf Trettner in einem Aufruf an die Bürger, dass die Gemeinde kurzfristig weiteren "Wohnraum" für Asylbewerber benötige. Auch um zu vermeiden, etwa die Festhalle in Anspruch nehmen zu müssen. Man schaffe diese "Herkules-Aufgabe" nur gemeinsam "und dies muss unser aller Ziel sein".

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