Ein Besuch in der Schweiz kann sprachlich ganz schön für Verwirrung sorgen. Da fragt man einen Einheimischen ganz unbehelligt nach dem Weg und kriegt folgende Antwort: „Da müssen Sie da lang, ‚o-drr’“. Wie oder? Kennen Sie jetzt den Weg oder nicht? Nach minutenlangem Hin und Her die Erkenntnis, dass „o-drr“ wohl nur ein Füllwort ist. So kommen wir dann doch noch bei der Verwandschaft an. Da wartet die nächste Sprach-Verwirrung: Bei jeder Erzählung kommt die Nachfrage „si-chrr“. Klar bin ich sicher! Ist mir schließlich genau so passiert. Als ich auch hier verstehe, dass wohl eher ein bewunderndes „wirklich“ gemeint ist, lässt die Frustration nach. Das hält mich aber nicht davon ab, einen perfiden Racheplan zu schmieden: In jedem Satz kommen ab sofort die feinen schwäbischen Wörtchen „fei“ und „gell“ vor. Jetzt ist die Verwirrung auf Schweizer Seite groß – und ich bin endlich zufrieden.