MUNDART "Schwäbische Mund.Art": Gepflegt im Dialekt schwätzen

Zur Premiere der Dialekt-Stammtische des Vereins "Schwäbische Mund.Art" kommt an diesem Mittwoch Vorsitzender Wolfgang Wulz in den Landgasthof "Grüner Baum" in Erligheim.
Zur Premiere der Dialekt-Stammtische des Vereins "Schwäbische Mund.Art" kommt an diesem Mittwoch Vorsitzender Wolfgang Wulz in den Landgasthof "Grüner Baum" in Erligheim. © Foto: Helmut Pangerl
Erligheim / JÜRGEN KUNZ 23.04.2014
Der 1997 gegründete und landesweit agierende Verein "Schwäbische Mund.Art e.V."" etabliert sich jetzt auch im Landkreis. Der erste Mundartstammtisch wird nun an diesem Mittwoch, 23. April, um 19 Uhr im Landgasthof "Grüner Baum" in Erligheim veranstaltet.

"Die Mundart lebt", davon ist der Vorsitzende des landesweit aktiven Vereins "Schwäbische Mund.Art e.V.", Dr. Wolfgang Wulz, überzeugt. Und wenn dafür ein Beweis nötig wäre, dann hatte Wulz diesen bei der jüngsten Jahresversammlung des Vereins Mitte Februar parat: Die aktive Gemeinschaft von Autoren, Musikern und Schwabenaktivisten wuchs im vergangenen Jahr um 35 auf nunmehr 193 Mitglieder.

Neben dem Leuchtturm-Projekt des Vereins die "Mundart in Schule", mit allein 26 schwäbischen Veranstaltungen im Jahr 2013 und bereits 30 gebuchten schwäbischen Doppelstunden in diesem Jahr, ist die Organisation von Mundart-Stammtischen eine weitere wichtige Säule der Vereinsarbeit. Mehr als 20 dieser Stammtische unter dem Dach der "Schwäbischen Mund.Art" wird es 2014 in Rottenburg, Eningen, Oeffingen, Kirchheim/Teck, Baisingen, Herrenberg und an diesem Mittwoch erstmals auch in Erligheim geben.

Mit den Wirtsleuten des Landgasthofs "Grüner Baum", Horst und Uschi Ahner, hat der Verein begeisterte und engagierte Mitstreiter für diese Stammtisch-Reihe im Landkreis Ludwigsburg gefunden. Kein Wunder, schließlich ist der urige Gasthof seit vielen Jahren beim landesweiten Projekt "Aufspielen beim Wirt" mit dabei und unterstützt damit die heimische traditionelle Kulturszene. Zur Premiere der Mundart-Stammtische kommt der Vorsitzender des Vereins "Schwäbische Mund.Art"", Wolfgang Wulz, nach Erligheim. In seinem Programm führt er als "Dr Knöpfleswäscher" das Publikum auf humorvolle und lebendige Weise durch die schwäbische Spitznamenlandschaft. Der Historiker und Germanist hat mit einem halben Dutzend Bücher über schwäbische Necknamengeschichten schon zahlreiche Leser gefunden. Aufgewachsen in Heidenheim und damit ein waschechter "Knöpfleswäscher" kam der 63-Jährige zum Studium der Geschichte und Germanistik "von dr Alb ra" nach Tübingen und lebt seither im "Korngäu" bei Herrenberg. Ob "Knöpfleswäscher", "Froschabschlecker" oder "Oalemer Spio" - für den Autor und Schulmeister ist in allen Necknamen ein Stück Wahrheit verborgen und kennzeichnet die schwäbische Befindlichkeiten. "Was sich neckt, das liebt sich", betonte der Schwabenkenner, oder wie es sein Großvater in Heidenheim drastischer formulierte: "Pack schlägt sich, Pack verträgt sich."

In der Organisation der Stammtische hat sich inzwischen ein fester Ablauf etabliert. Bei freiem Eintritt wird zunächst ein bekannter Künstler des Vereins "Schwäbische Mund.Art e.V." rund eine Stunde mit Mund-Art-Beiträgen die Zuhörer unterhalten, danach haben die anwesenden Gäste Gelegenheit mit Gedichten, Kurzgeschichten, gerne auch mit musikalischen Vorträgen, zum Gelingen des Stammtischs beizutragen. Wenn dann noch Zeit bleibt, klingt der Abend mit dem gemeinsamen Singen von schwäbischen Liedern aus.

Weitere Mundartstammtische sind jeweils monatlich am 21. Mai und 25. Juni bereits fest eingeplant.

 

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel