Sauberkeit „Mit wenig Einsatz viel erreichen“

Viele große und kleine Helfer beteiligten sich an der Stadtputzete in Sachsenheim.
Viele große und kleine Helfer beteiligten sich an der Stadtputzete in Sachsenheim. © Foto: Martin Kalb
Sachsenheim / Vivien Staib 12.03.2018

Der Frühlingsanfang ist nicht mehr weit, und somit steht auch der Frühjahrsputz an. So oder so ähnlich könnte sich das Timon Friedel gedacht haben, als er letztes Jahr gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Bezirksrats Großsachenheim die Stadtputzete Großsachsenheim ins Leben rief. Der 27-Jährige wurde im letzten Jahr Stadtteilbeauftragter und startete die erste Stadtputzete eher kurzfristig. Dieses Jahr ging es erneut los – mit viel größerer Beteiligung.

Vor einem Jahr waren 20 Helfer unterwegs, um Großsachsenheim vom herumliegenden Müll zu befreien. Die Teilnehmeranzahl sei leider nicht hoch gewesen, die Organisatoren hätten in der Kürze der Zeit nicht mehr Menschen erreichen können, so Friedel. Aus der schlechten Resonanz schöpfte der Bezirksrat aber Motivation: „Wir wollten diese Aktion unbedingt wiederholen, dieses Mal aber weniger spontan und besser geplant. Wir haben bei den Kindergärten im Umkreis angefragt und konnten dieses Jahr rund 90 kleine und große Helfer von der Stadtputzete begeistern“, erzählt Timon Friedel.

Der Hochdorfer kennt diese Aktion bereits von seiner ehemaligen Heimat: Auch dort gibt es jährlich eine ähnliche Aufräumaktion. Ziel der Stadtputzete ist laut Friedel jedoch vor allem, die jungen Menschen dafür zu sensibilisieren, weniger Müll zu hinterlassen. „Das Bewusstsein der Kinder soll wieder gestärkt werden, Müll nicht einfach auf die Straße zu werfen. Schließlich räumt es sich nicht wieder von alleine auf“, so der 27-Jährige.

Unter den Helfern waren viele Kinder, die zusammen mit ihren Eltern für ein sauberes Großsachsenheim sorgten. Die Jugendfeuerwehr war stark vertreten, und auch die Jagdpächter schlossen sich erneut an.

Gerhard Müller, ein Mitglied des Organisationsteams der Stadtputzete, ist vom Engagement des Teams in diesem Jahr begeistert: „Wir freuen uns über die rege Teilnahme. Nächstes Jahr wollen wir noch mehr Menschen erreichen und noch besser organisieren. Wir wollen uns immer weiter steigern. Unser Motto ist es, mit wenig Einsatz viel zu erreichen.“

Unter den Teilnehmern der Stadtputzete befanden sich auch einige Flüchtlinge, die von der Aktion gehört hatten und sich eigenständig engagieren wollten. Die Stadtputzete-Teams verteilten sich an drei verschiedenen Startpunkten und räumten so im großen Stil den Stadtteil auf. Zum Schluss trafen sich alle gemeinsam im Haus der Senioren am Wasserschloss und stärkten sich mit einer roten Wurst im „Weckle“ und Erfrischungsgetränk.

Lattenrost gefunden

Neben Verpackungspapieren, Glas- und Plastikflaschen, Tüten, Eisenstangen und zahlreichen liegengebliebenen Silvesterböllern war auch ein besonders kurioser Gegenstand dabei: Ein nahezu vollzähliger Lattenrost. Besonders viel Müll fanden die Helfer rund um den Bahnhof, auf Grünflächen und in Hecken. „Der Wind trägt den Müll sehr weit, bis er sich irgendwo verfängt. Es wäre schön, es würden mehr Leute ihren Müll nicht hinterlassen, sondern in den dafür vorgesehenen Mülleimern entsorgen“, erklärt der Stadtteilbeauftragte.

Auch 2019 möchte man eine Stadtputzete organisieren. Das Ziel bleibt dasselbe: Sensibilisierung und „Putzaction“.

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