Freiberg „Mehr als nur die Pflicht erfüllt“

Der Oberstudiendirektor der Oscar-Paret-Schule, Bernhard Joos (rechts), geht, sein Nachfolger wird Renè Coels.
Der Oberstudiendirektor der Oscar-Paret-Schule, Bernhard Joos (rechts), geht, sein Nachfolger wird Renè Coels. © Foto: Martin Kalb
Freiberg / Günther Jungnickl 17.07.2018

Der eine geht – der andere kommt: Kommandowechsel an der Oscar-Paret-Schule (OPS) in Freiberg. Aber ein bisschen Wehmut war auch dabei, denn der allseits beliebte und hochgeschätzte Oberstudiendirektor Bernhard Joos verlässt die Schule, der er sein komplettes Berufsleben gewidmet hat. Insgesamt 36 Jahre lang hat der Pädagoge gleich mehrere Freiberger Schülergenerationen begleitet und 16 davon als Rektor für alle drei Schularten: Gymnasium, Realschule sowie die frühere Haupt-, dann die Werkreal- und schließlich die heutige Gesamtschule.

Regierungsschuldirektor Thomas Heckert, seines Zeichens Personalreferent am Regierungspräsidium Stuttgart, brachte es an diesem Freitag auf den Punkt: „Sie haben stets mehr als nur Ihre Pflicht erfüllt.“ Denn der heute 62-jährige Bernhard Joos, der in Bietigheim-Bissingen geboren und aufgewachsen ist, hatte zwar als Gymnasiast bereits seine Liebe zur Mathematik und zu den Naturwissenschaften entdeckt, doch schlummerte in ihm auch noch ein anderes Talent: die Kunst der Wissensvermittlung, der Pädagogik.

Guter Organisator

Weshalb er auch an der Uni Stuttgart mit Blick aufs Lehramt Mathematik und Physik studierte und prompt schon mit 30 Jahren an der Freiberger OPS zum Studienrat und im Jahr 2002 zum Rektor des Gymnasiums und der gesamten 1975 gegründeten Schule ernannt wurde. Dabei war mitentscheidend, dass Joos nicht nur Naturwissenschaftler und ein „hervorragender Pädagoge ist, was sicher nicht für alle Mathematiker zutrifft“ (Heckert), sondern auch ein prima Organisator. So war er es, der unter anderem den elektronischen Stundenplan an der OPS einführte.

Bürgermeister Dirk Schaible sprach nicht nur deshalb in Anspielung auf „Freitag, dem 13.“ von einem Unglückstag, der auch zum Glückstag mutieren könnte: Denn ein Unglück sei es, dass Bernhard Joos das Schiff verlasse, aber ein Glückstag, das als Kapitän bereits sein Nachfolger gefunden worden sei. „Rektor ist nämlich kein Job für Feiglinge“, fand er. Denn so eine rasche Nachfolgeregelung sei auch nach Auffassung des RP-Personalreferenten Heckert nicht immer der Fall.

Auf alle Fälle gehe mit diesem Kommandowechsel „eine Ära zu Ende“, meinte Schaible, wobei er noch einmal die „ruhige und sachliche Art“ des scheidenden Rektors würdigte, der sich auch bis zuletzt aktiv in die Planungen für den OPS-Neubau eingebracht habe, für den der Gemeinderat just in der Vorwoche den Baubeschluss gefasst hatte. Jetzt allerdings habe Joos andere Ziele im Auge, wie zum Beispiel viele Reisen, eine große Schwarzwaldwanderung oder eine Seereise mit einem Frachtschiff. Damit er diesen Zielen näher kommen kann gab es Gutscheine von der Stadt Freiberg und der Elternvertreterin Monika Michelfelder, sowie Marschgepäck vom Schulleiterteam des Oscar-Paret-Schule.

Mit seinem Nachfolger René Coels treffe man auch keinen Unbekannten, berichtete der Bürgermeister, denn auch er habe sich an den Vorplanungen beteiligt. Wie sein Vorgänger Joos hat auch der in Mühlacker geborene und am Ellental-Gymnasium  herangewachsene Coels später Mathematik und Physik in Stuttgart studiert und ist dann Lehrer geworden. Bis auf einen Abstecher ans Schillergymnasium Marbach während seiner Referendarzeit ist er ein Eigengewächs der OPS, wo er auch 2009 zum Studienrat und 2015 zum Studiendirektor ernannt wurde.

Sowohl das Schulleiterkollegium wie auch ein Schülervertreter sicherten ihm deshalb unbedingte Loyalität zu.

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