Kernertag „Es küßt dich Dein Papele“

Eine neue Ausstellung auf dem Hohenasperg widmet sich Theobald Kerner.
Eine neue Ausstellung auf dem Hohenasperg widmet sich Theobald Kerner. © Foto: Richard Dannenmann
Ludwigsburg / Bettina Nowakowski 27.06.2017

Theobald Kerner, Sohn von Justinus Kerner, Christian Friedrich Daniel Schubart und Friedrich List: Sie alle waren auf dem Hohenasperg. Aus Anlass des 200. Geburtstags von Theobald Kerner fand am Sonntag im Museum auf dem Hohenasperg ein Kernerfest statt, das unter dem Motto „Es küßt dich Dein Papele“ einen sehr persönlichen Einblick in die schriftliche Korrespondenz der Inhaftierten gab. Sprecher Johannes Wördemann las aus den Briefen vor. Theobald Kerner schrieb „Bildbriefe“ an seine vierjährige Tochter Justina. Diese Briefe wurden später die Vorlage für sein einziges Kinderbuch „Prinzessin Klatschrose“. Die fantasievollen Gestalten aus dem Buch konnten im Rahmen des Kinderprogramms nachgebastelt werden.

Die Briefe von Theobald Kerner seien „von außerordentlicher Zartheit und Schönheit“, so Kuratorin Dr. Franziska Dunkel. Er berichtete vom Leben in Haft und der Eintönigkeit („ein Tag hier oben wie der andere“) und versuchte auch aus der Ferne als Vater erzieherisch wirksam zu sein.

Berührendes Gedicht

Der schwäbische Dichter Christian Friedrich Daniel Schubart saß von 1777 bis 1787 auf dem Hohenasperg ein. In den ersten Jahren durfte er keinerlei Kontakt zu seiner Familie haben, Briefe musste er nach draußen schmuggeln lassen. Zum Geburtstag seiner Tochter Juliana am 16. Juni 1786  schrieb er ein berührendes Gedicht, in dem die ganze Liebe des Vaters zu seiner Tochter zum Ausdruck kam.

Wegen Anprangerung der Missstände im württembergischen Verwaltungs- und Steuerrecht wurde Friedrich List verurteilt und kam 1824 auf den Hohenasperg. Ihm wurde Hafterlassung versprochen, wenn er bereit wäre, nach Amerika auszuwandern. Mit ihm in Haft war sein vierjähriger Sohn Oskar, während Lists Ehefrau die Reise vorbereitete. Lebendige Geschichten, die das Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Kooperation mit der Stadt Asperg, dem Förderverein Hohenasperg und der Interessengemeinschaft Asperger Weingärtner gekonnt und interessant umsetzte.

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