Bildung „Ella“-Aus stellt Schulen vor neue Herausforderungen

Bietigheim-Bissingen / Frank Ruppert 12.10.2018

Es hatte sich schon länger angekündigt, daher traf die Nachricht vom Aus der Bildungsplattform „Ella“ auch die Rektoren in der Region nicht überraschend. Aber wie reagieren sie darauf. Geht nun jede Schule ihren eigenen Weg auf dem Gebiet der interkollegialen Vernetzung?

„Natürlich bedauern wir das Aus für Ella, zumindest für die nächsten Jahre, sehr“, sagt Martin Schmidgall, stellvertretender Schulleiter am Gymnasium II im Ellental. Seine Einrichtung gehört zu 14 Modellschulen im Land, die seit 2017 den Einsatz von Tablets im Unterricht testen. „Ein wirklich gutes Arbeiten mit den Tablets ist leider nur mit einer sicheren und leistungsfähigen Cloud-Lösung, wie Ella sie angeboten hätte, möglich“, so Schmidgall weiter. Die Ellental-Gymnasien hätten sich momentan für eine Interims-Lösung entschieden, die kurzfristig umsetzbar sei: „Wir nutzen innerhalb unseres Schulnetzes eine Netzwerk-Speicherlösung, auf deren Festplatten unsere Tablets zumindest innerhalb der W-Lan-Abdeckung in der Schule zugreifen können“, sagt der Konrektor aus dem Ellental. Kostenpunkt für die Hardware waren 1200 Euro. Aus Sicherheitsgründen sei aber eine Zugriffsmöglichkeit von außen, mit deren Hilfe die Schüler auch von Zuhause aus an ihre in der Schule gespeicherten Daten kämen, nicht vorgesehen.

„Mittelfristig denken wir über eine Owncloud- beziehungsweise Nextcloud-Lösung nach; oberste Priorität haben aber hier die Sicherheitsanforderungen, die Ella erfüllt hätte, und die Verfügbarkeit unter Belastung, wenn an einem typischen Schulvormittag viele Schüler von vielen Schulen auf die Cloud-Server zugreifen wollen“, erklärt Schmidgall. Leider sehe man im Ellental momentan noch keine überzeugende Lösung, auf die man kurzfristig umsteigen könnten.

„Wir sind jetzt nicht überrascht über das endgültige Aus von Ella. Das hatte sich ja abgezeichnet. Gleichzeitig sind wir nicht direkt betroffen, weil wir zum Beispiel nicht zu Test-Schulen für das System zählen“, sagt Claus Stöckle. Er ist nicht nur Leiter der Realschule im Aurain, sondern auch geschäftsführender Schulleiter für alle Schulen in Bietigheim, mit Ausnahme der Gymnasien. „Klar ist, dass es die Sache der interkollegialen Kommunikation nicht einfacher macht, wenn es weiterhin keine gemeinsame Plattform gibt. Zudem kommen dadurch für die Schulen wieder Kosten auf. Wir haben ja schon ein Schulverwaltungsprogramm, das 1000 Euro in der Anschaffung und 60 Euro jährlich für Updates kostet“, so Stöckle. Man schaue nun, was für ein Programm für die E-Mail-Kommunikation man nehme. „Es sollte leicht zu bedienen sein und nicht zu teuer. Wenn wir ein passendes finden, nehmen wir es.“

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