Richtfest 90-Meter-Regale sind das Herzstück

Frank Ruppert 11.07.2018

Die nackten Zahlen sind beeindruckend: Breuninger investiert nach eigenen Angaben 150 Millionen Euro für ein neues Logistikzentrum in Sachsenheim und will dort 700 Menschen Arbeit geben. Zum Richtfest haben Geschäftsführer Holger Blecker und Projektleiter Oliver Peters Pressevertretern die Baustelle gezeigt. Besonders stolz sind sie auf das vollautomatische Kommissionslager. 90 Meter lange und 18 Meter hohe Regale stehen in der Osthalle des Komplexes schon heute.

In sieben Gassen und auf 30 Ebenen sollen dort rund 40 selbstfahrende Roboter-Shuttles Waren sortieren und verteilen für den Online- und den stationären Handel. „Es gibt vollautomatische Kommissionslager, die mehr Kapazität haben, aber unseres liefert ein Maximum an Geschwindigkeit“, sagt Peters. Soll heißen, dass die zwei Millionen Teile dort mit Robotern schneller sortiert und verteilt werden als bei den Konkurrenten. Mit dem neuen Gebäude, das von der Stuttgarter Unternehmen nur „Warendienstleistungszentrum“ genannt wird, soll offenkundig dem immer stärker werdenden Online-Geschäft eine bessere Basis geschaffen werden. Genaue Zahlen, wie viel das Online-Geschäft ausmacht, will man bei Breuninger nicht preisgeben. Blecker sagt nur, dass der Anteil im zweistelligen Prozentbereich liege und stetig wachse.

50 Anlieferungen pro Tag

Zahlen gibt es aber immerhin was das Verkehrsaufkommen anbelangt: 50 Anlieferungen  seien täglich vorgesehen, sagt Peters. Die 100 LKW-Fahrten zögen sich aber nicht bis in die Nacht hinein. Ohnehin soll an dem Standort im Gewerbegebiet Eichwald nur von 6 bis 23 Uhr gearbeitet werden.

Die Arbeiter, die im Bereich abseits von Roboter-Shuttles immer noch benötigt werden, sollen zum größten Teil aus den bislang vorhandenen sechs Logistikstandorten Sindelfingen, Leinfelden-Echterdingen, Pleidelsheim, Bretten, Neuenstadt und Gerlingen kommen. Die gesamte Logistik soll sich nämlich in Sachsenheim konzentrieren. Etwa 200 neue Stellen sollen geschaffen werden, wobei auch Blecker zugibt, dass es für den ein oder anderen Arbeiter vielleicht auch ein zu langer Anfahrtsweg werden könnte. Was mit den sechs alten Standorten passiert sei noch noch nicht geklärt, „aber davon gehört uns ohnehin nur Sindelfingen, bei allen anderen sind wir Mieter“, so der Geschäftsführer. Für die Mitarbeiter die mitkommen, will Breuninger eine „angenehme Arbeitsatmosphäre“ schaffen, so Peters. Große Fenster und geräumige Sozialbereiche gehören für ihn dazu. Auch Parkplätze soll es für die Mitarbeiter direkt am Standort geben, wie viele es werden konnte Peters nicht sagen. Da der Standort aber auf Erweiterung ausgelegt sei, sei auch ein Parkhaus zu einem späteren Zeitpunkt angedacht.

Fotostudio und Confiserie

Neben der Robotor-Halle gibt es Bereiche, die nicht vollautomatisiert sind. Dort herrsche das Prinzip „die Ware kommt zum Mann“. Die Mitarbeiter sollen für ihre logistischen Tätigkeiten nicht weit laufen müssen, sondern über ein ausgeklügeltes Fördersystem die Ware an den Platz erhalten. Eine weitere Besonderheit in dem neuen Logistikzentrum ist der große Bereich für hängende Ware: „Wir verkaufen viele Anzüge. Die können wir nicht in Paketen oder Regalen lagern“, sagt Peters. Trotz Rohbau steht deshalb schon etwas, das wie eine überdimensionale Kleiderstange wirkt in einer der Hallen.

Neben der Logistik soll auch die Confiserie des Unternehmens in Sachsenheim angesiedelt werden sowie ein Fotostudio bei dem Produktfotos für den Online-Handel aufgenommen werden. Zumindest ein Teil der Logistik wird auch schon früher als geplant einziehen können. Bereits im ersten Halbjahr 2019 sollen die ersten Pakete von Sachsenheim aus starten. Welcher alte Standort zuerst umzieht, wollten die Verantwortlichen am Dienstag nicht preisgeben, da müssten zunächst die Mitarbeiter informiert werden.

Lob für die Gemeinden

Zum Abschluss des Rundgangs mit Pressevertretern geht es auf das Dach und von dort wird das Ausmaß des Baus nochmal deutlicher. „Wir sind sehr glücklich mit dem Standort hier in Sachsenheim“, sagt Blecker. Es sei dem Unternehmen wichtig gewesen dort zu expandieren, wo es seine Wurzeln habe. Von den Angeboten, habe Sachsenheim außerdem mit Infrastruktur und Platz gepunktet. Lob gab es auch für die Gemeinden des Zweckverbands Eichwald Gewerbepark. Während der Bauphase habe alles reibungslos geklappt mit Sachsenheim, Bietigheim-Bissingen, Oberriexingen und Sersheim.

Überschrift Infokasten einzeilig

Anlauf steht hier Text für einen dreispaltigen Infokasten. bz

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