Pleidelsheim 41-Jährige sticht auf ihre Tochter ein

Auf dem Tisch in einem Friseurstudio in Pleidelsheim liegen am Donnerstagabend noch blutige Tücher. Hier hat eine 41-Jährige auf ihre Tochter und deren Freundin eingestochen.
Auf dem Tisch in einem Friseurstudio in Pleidelsheim liegen am Donnerstagabend noch blutige Tücher. Hier hat eine 41-Jährige auf ihre Tochter und deren Freundin eingestochen. © Foto: Karsten Schmalz
Rena Weiss 13.01.2018

Wegen versuchten Mordes ermittelt die Kriminalpolizei Ludwigsburg gegen eine 41-jährige Frau. Die Tatverdächtige hat am Donnerstagabend mit einem Messer in einem Friseursalon in Pleidelsheim auf ihre 18-jährige Tochter und deren gleichaltrige Freundin eingestochen. Das teilen das Polizeipräsidium Ludwigsburg und die Staatsanwaltschaft Stuttgart mit.

Die jungen Frauen wurden dabei schwer, jedoch nicht lebensbedrohlich verletzt. Die Tatverdächtige konnte von einem beherzten Zeugen überwältigt und entwaffnet werden und wurde noch am Tatort vorläufig festgenommen.

Den bisherigen polizeilichen Ermittlungen zufolge hatte die 41-Jährige den Ausbildungsbetrieb ihrer Tochter zunächst beobachtet und die Geschäftsräume gegen 19 Uhr betreten. Dort kam es zunächst zu einem Streit, der dann eskaliert sei. Die 41-Jährige stach laut Polizei mit einem mitgeführten Messer auf die beiden 18-Jährigen ein, die sich gemeinsam in einem Nebenraum aufhielten. Die Tatwaffe wurde von der Polizei sichergestellt. Die beiden Verletzten wurden vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht und dort stationär aufgenommen.

Zu den Hintergründen des Angriffs konnte die Polizei zunächst nichts sagen. „Die Motivlage ist unklar“, hieß es. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart hat der Haftrichter beim Amtsgericht Stuttgart Haftbefehl wegen versuchten Mordes gegen die 41-Jährige erlassen und in Vollzug gesetzt und sie in eine Justizvollzugsanstalt eingewiesen.

Auf Anfrage der BZ wollte sich die Besitzerin des Friseursalons am Freitag nicht zu dem Vorfall äußern. An der Eingangstür hängt jedoch ein handgeschriebenes Schild: „Liebe Kunden, aufgrund der Ereignisse ist der Salon für Freitag, 12., und Samstag, 13. Januar, geschlossen. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Sind ab Dienstag wieder da!“

Tatsächlich ist das Schild das Einzige, was am Freitagmittag noch an die Tat erinnert. Im Friseursalon selbst ist nichts mehr von den Spuren zu sehen. „Noch bis vor Kurzem war die Spurensicherung in ihren weißen Anzügen da“, sagte eine Frau zur BZ. Sie wohne in der Nähe und sei geschockt: „Man denkt immer so etwas passiert nicht im eigenen Ort, aber man ist nirgends sicher.“ Schlimm finde sie es, dass es eine Frau war, die mit dem Messer attackiert habe. Dennoch fühle sie sich nicht unsicher in Pleidelsheim, sagte sie, als sie sich nach dem Wocheneinkauf auf dem Heimweg befand und wie so oft am Salon vorbeiging. Auch eine weitere Pleidelsheimerin teilte der BZ mit, dass sie der Vorfall zwar ebenfalls schockiert habe, sie sich in der Gemeinde aber weiterhin sicher fühle.