Tamm 2,55 Millionen für einen Kindergarten

Tamm / Michaela Glemser 14.06.2018

Eigentlich sollte der neue Kindergarten auf einem rund 1770 Quadratmeter großen Areal an der Ecke der Öhringer mit der Tübinger Straße im Tammer Wohngebiet Hohenstange längst eröffnet sein. Ein privater Investor will dort ein Gebäude mit acht Wohnungen und einer Kindertagesstätte im Erdgeschoss errichten. In der Gemeinderatssitzung wurde nun darüber beraten, ob der Kindergarten vom Investor angemietet oder gekauft werden soll. „Wir halten den Erwerb für sinnvoll. Im Kaufpreis sollte der Außenbereich enthalten sein. Diesen Außenspielbereich stellen wir auf eigene Kosten her“, sagte Jürgen Hottmann von der AWV.

843,84 Quadratmeter

Als Kaufpreis für die Kindertagesstätte mit einer Nutzfläche von 843,84 Quadratmetern hat der Investor rund 2,55 Millionen Euro angeboten. „Ursprünglich war eine privat betriebene Kindertagesstätte vorgesehen, bei der die Gemeinde nur an den Betriebskosten beteiligt werden sollte. Die Gemeinde wurde vom Investor regelrecht über den Tisch gezogen, denn sie ist später Mitglied einer Eigentümergemeinschaft und müsste sich den Wünschen der Wohnungseigentümer unterordnen“, gab Günter Hofmann von der Liste Lebenswertes Tamm (LLT) zu bedenken. Er votierte dafür, dass für dieses Geld lieber ein neuer Kindergarten auf einem anderen Grundstück mit voller Entscheidungsgewalt gebaut werden soll.

Der Tammer Bürgermeister Martin Bernhard fragte, wo denn ein solches Grundstück gefunden werden könnte. Ratsmitglied Hofmann schlug daraufhin  das Gelände des Bolzplatzes vor, das, seiner Meinung nach, kaum genutzt werde. Wolfgang Fröhlich von der CDU stimmte dagegen dem Kauf zu, forderte aber eine klare Teilungserklärung ein, in der festgeschrieben werden müsse, dass sich die Kommune nicht dem Votum der anderen Wohnungseigentümer unterordnen müsse. „Wir haben seit Jahren einen Mangel bei den Betreuungsplätzen für die Kinder über drei Jahren. In der Öhringer Straße können wir innerhalb kürzester Zeit auf diesen Mangel reagieren. Die Wohnungseigentümergemeinschaft muss allerdings deutlich geregelt sein“, sagte Karin Vogt von den Grünen. Sonja Hanselmann-Jüttner von der SPD mahnte gute vertragliche Rahmenbedingungen an. „Diese Kindertagesstätte wird nicht die letzte neue in Tamm sein, denn wir brauchen in absehbarer Zeit noch eine zweite“, erklärte die SPD-Fraktionsvorsitzende. Bei zwei Gegenstimmen aus den Reihen der LLT votierten die Tammer Räte für den Kauf des Kindergartens vom Investor.

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