Kreis Ludwigsburg 2,1 Prozent weniger Nachfrage im Kreis nach Autos

Kreis Ludwigsburg / BZ 09.02.2016
Im Kreis Ludwigsburg gibt es weniger Nachfrage nach neuen und gebrauchten Autos. Stuttgart hingegen ist auf Platz eins mit einem Plus von 15,9 Prozent.

Einen Nachfragerückgang bei neuen und gebrauchten Autos verzeichnet die Kfz-Innung Stuttgart. "Der Start ins Autojahr 2016 ist bei uns nicht so positiv wie im Rest der Region", sagt Markus Klein, Kreisvorsitzender der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart. 2,1 Prozent beträgt der Rückgang bei den Pkw-Neuzulassungen im Kreis Ludwigsburg im Januar während Stuttgart mit plus 15,9 Prozent den regionalen Spitzenwert hat.

Damit liegt das regionale Wachstum insgesamt mit 8,5 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt mit 3,3 Prozent. Im Kreis Ludwigsburg aber darunter. Insgesamt kletterten die Pkw-Neuzulassungen in der Region um 874 auf 11 210 Autos. Bei den Gebrauchtwagen-Besitzumschreibungen gab es regional ein kleines Minus mit 1,4 Prozent, lokal im Kreis Ludwigsburg sind es minus 1,6 Prozent (Bund: minus zwei Prozent). "Elektroautos spielen keine Rolle und von einer Dieselkrise ist nichts zu spüren", sagt Torsten Treiber, Innungs-Obermeister.

Die Konjunktur brumme und solange es den Firmen gutgehe, "ist ein wesentlicher Teil des Neuwagengeschäftes gesichert", sagt Torsten Treiber angesichts der Tatsache, dass zwei Drittel der Fahrzeuge gewerbliche Zulassungen sind. "Von daher sind steigende Neuzulassungen ein Grund zu Freude." 1294 neue Pkw im Kreis meldet die Zulassungsstelle. Vor einem Jahr wurden im Januar 1322 Pkw neu zugelassen. Also 28 Pkw weniger und ein Minus von 2,1 Prozent.

Bei den Gebrauchten liefen die Geschäfte besser: Hier meldet die Zulassungsstelle 3589 Halterwechsel, 57 oder 1,6 Prozent weniger als im Januar 2015. Da ist der Kreis im Trend, bei dem in der Region der jüngste Feinstaubalarm eine Rolle spielen könnte, vermutet Frank Schnierle, der Pressesprecher der Innung, "wenn ein grüner OB, ein grüner Verkehrsminister und die Deutsche Umwelthilfe von Fahrverboten sprechen, sie ankündigen oder gar gerichtlich durchsetzen wollen, überlegt sich der Privatmann vielleicht schon, ob's der alte nicht noch ein Weilchen tut."

Was der Umwelt schadet: "Je älter das Auto, desto höher der Schadstoffausstoß." Eine Regel, die immer gelte, unabhängig davon, ob der individuelle Schadstoffausstoß über den Grenzwerten liegt. Die Innung unterstütze deshalb die Forderung nach saubereren Autos und begrüße schärfere Test, so Treiber. 253 Elektroautos, die Anfang des Jahres im Kreis zugelassen waren, haben auf die aktuelle Luftlage kaum Einfluss, heißt es in der Mitteilung der Innung. Von der Idee, deren Zahl durch 5000-Euro-Prämien zu steigern, halte die Innung nichts: " Autohändler haben nichts von einer E-Auto-Prämie und Konzerne haben sie nicht nötig." Die Hersteller müssten marktfähige Fahrzeuge zu marktfähigen Preisen liefern, alles andere nutze nichts, so die Innung.

Überschätzt würden speziell in Stuttgart auch die Möglichkeiten der Luftreinhaltung: "Elektroautos bringen gegenüber klassischen Autos beim Feinstaub kaum Entlastung, weil nur sieben Prozent des Feinstaubs mit dem Abgas aus dem Auspuff kommen." Wenn eine Prämie, so die Innung, dann eine Umstiegsprämie auf schadstoffärmere Autos. Wofür es Zuschuss gebe, könnte über eine "blaue Plakette" definiert werden, die eingeführt werden soll. Darunter fielen Fahrzeuge mit Otto-Motoren ab Abgasstandard Euro 3, Fahrzeuge mit Diesel-Motoren ab Abgasstandard Euro 6, Elektrofahrzeuge, und Erdgasfahrzeuge. Dazu eine Umstiegsprämie und "alte, schadstoffreiche Fahrzeuge würden aus dem Verkehr gezogen", sagt Treiber.