Grippezeit 2246 Influenza-Fälle im Kreis

Die Regel „Hand vor den Mund“ ist veraltet. In die Armbeuge oder oder ein Papiertaschentuch soll man niesen.
Die Regel „Hand vor den Mund“ ist veraltet. In die Armbeuge oder oder ein Papiertaschentuch soll man niesen. © Foto: dpa
Kreis Ludwigsburg / Günther Jungnickl 10.11.2018

Nach dem Desaster des vergangenen Winters mit bundesweit 1095 Grippetoten zahlen die gesetzlichen Krankenkassen inzwischen statt des Dreifach- jetzt auch den Vierfach-Impfstoff. Denn im Winter 2017/18 grassierte eine Grippewelle ohnegleichen in Deutschland. Allein 313 933 Influenza-Infektionen wurden dem Robert-Koch-Institut (RKI) damals gemeldet. Davon allein 2246 Fälle im Kreis Ludwigsburg.

Schuld daran waren vor allem die in der Regel nur alle zehn Jahren auftauchenden Grippeviren des Typ B, gegen die die damals üblichen Dreifach-Impfungen kaum etwas entgegensetzen konnten. In den Jahren davor fielen lediglich elf (2014) bis maximal 254 Menschen (2010) dem Grippevirus Typ A zum Opfer. Deshalb rät der Leiter des Kreisgesundheitsamts am Landratsamt Ludwigsburg, Dr. Thomas Schönauer, im November zu den optimalen Grippeschutzimpfungen. „Vor allem Senioren ab dem 60. Lebensjahr und das Pflegepersonal in Krankenhäusern oder Altenheimen sollten sich impfen lassen“, rät er.

Impfrate von 35 Prozent

Denn nach seiner Erfahrung lassen sich Senioren nur zu 35 Prozent schutzimpfen „und das medizinische Fachpersonal noch weniger“. Gerade das Pflegepersonal sei dazu aufgerufen, „nicht weil sie sich selbst schützen sollten, sondern weil sie andere anstecken können“, sagt Schönauer. Auch Schwangere ab dem vierten Monat, chronisch Kranke mit Diabetes, Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten sich vorbeugend impfen lassen.

Die „Stiftung Warentest“ allerdings empfiehlt, vor allem Kinder und Jugendliche rechtzeitig impfen zu lassen. Denn aufgrund ihrer ausgeprägten Immunantwort seien sie dadurch besonders gut geschützt. Außerdem verbreiteten sie die Viren über ihre zahlreichen, engen Sozialkontakte  wie etwa Kindergarten, Schule, Vereine oder Disco besonders stark. Ihre Impfung schütze auch Ungeimpfte und Risikogruppen. Im Übrigen reiche für Zwei- bis Siebzehnjährige auch ein dafür zugelassenes Nasenspray.

Wenn man sich bereits angesteckt hat, sollte man auf alle Fälle den Hausarzt aufsuchen. Denn so eine Grippe dauert in der Regel ein bis zwei Wochen. Die Viren werden meist durch Händeschütteln, häufig auch durch ungeschütztes Niesen oder Husten verbreitet.

Häufiges Händewaschen

Deshalb sollte man sich in den kalten Monaten bis hinein in den Mai nächsten Jahres besonders oft und häufig die Hände waschen. Vor allem wenn man von draußen ins Warme kommt, vor dem Essen, nach dem Toilettengang und vor der Zubereitung von Speisen. Und zwar gründlich und mit Seife bei fließendem Wasser, und das mindestens 20 bis 30 Sekunden lang, auch zwischen den Fingern. Auch richtiges Husten oder Niesen gehört zur besonderen Hygiene: Denn die Regel „Hand vor den Mund“ ist überholt. Die Viren bleiben an der Hand haften und übertragen sich so rasch auf Gegenstände oder Mitmenschen. Besser ist es, in den Ärmel beziehungsweise die Armbeuge oder in ein Einmal-Taschentuch zu husten oder zu niesen. In geschlossenen Räumen kann die Zahl der Viren schnell steigen. „Dagegen hilft nur regelmäßiges Lüften“, rät das Robert-Koch-Institut in seinen Hygienevorschlägen.

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