Waffenamnestie 160 Waffen in Bietigheim abgegeben

Kreis Ludwigsburg / Frank Ruppert 15.08.2018

Fast 14 000 Waffen sind im Zeitraum von 6. Juli 2017 bis 1. Juli 2018 im Land abgegeben worden. Der Bundestag hatte Mitte Mai 2017 eine Änderung des Waffengesetzes beschlossen. Waffenbesitzer bekamen die Möglichkeit, ihre Waffen binnen eines Jahres nach Inkrafttreten des Gesetzes straffrei bei Behörden oder der Polizei abzugeben. So will die Bundesregierung die Anzahl der illegal zirkulierenden Waffen verringern. Nach Angaben des Innenministeriums seien den Behörden seit Juli vergangenen Jahres 5575 illegale Waffen, davon 5144 Schusswaffen, und 8409 legale Waffen, davon 7502 Schusswaffen, ausgehändigt worden. Hinzu kamen 439 841 Stück Munition und 14 Kriegswaffen. Die Waffen sollen vernichtet werden.

Kleine Waffenscheine beliebt

Das Landratsamt Ludwigsburg teilt auf BZ-Nachfrage mit, dass im Rahmen der sogenannten Waffenamnestie kreisweit (ohne die Großen Kreisstädte) 56 Schusswaffen abgegeben wurden. Davon waren 38 Schusswaffen in illegalem Besitz.

Im Landkreis Ludwigsburg (ohne Große Kreisstädte) gibt es derzeit 2281 Kleine Waffenscheine, die zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen berechtigen und zehn große Waffenscheine.

„Im Rahmen der Amnestieaktion wurden rund 160 Kurz-, Lang- und sonstige Waffen (zum Beispiel Hieb- und Stichwaffen) sowie 3000 Stück Munition abgegeben. Insgesamt wurden seit den Ereignissen in Winnenden rund 1500 Waffen abgegeben“, teilt Anette Hochmuth, Pressesprecherin der Stadt Bietigheim-Bissingen mit. Rund 750 Waffenbesitzer seien bei der Verwaltung registriert. Darunter seien rund 350 kleine Waffenscheine, rund 400 sind Waffenbesitzer (etwa Jäger). Große Waffenscheine, die das Führen von scharfen Schusswaffen in der Öffentlichkeit gestatten, etwa für Sicherheitsunternehmen, gebe es in Bietigheim nicht.

2009 schon einmal Amnestie

Thomas Bauer vom Fachbereich Sicherheit und Ordnung bei der Stadt Ludwigsburg erklärt, dass im Rahmen der Amnestie sechs erlaubnispflichtige Schusswaffen in der Stadt abgegeben wurden. 601 Bürger hätten einen sogenannten kleinen Waffenschein und sechs Menschen seien im Besitz eines Waffenscheins. Dabei handele es sich ausschließlich um Beschäftigte im Sicherheitsgewerbe, so Bauer weiter.

Bereits 2009 hatte es in Baden-Württemberg eine Waffenamnestie gegeben. Der Anlass war damals der Amoklauf von Winnenden. Ein 17-Jähriger hatte an seiner ehemaligen Realschule und auf der Flucht 15 Menschen getötet. Anschließend erschoss er sich selbst. Die Tatwaffe hatte der Vater unverschlossen im Schlafzimmer aufbewahrt. Zwischen dem 25. Juli 2009 und dem 31. Dezember 2009 wurden nach Angaben des Innenministeriums in Baden-Württemberg 53 205 Waffen abgeliefert. Darunter waren mehr als 7000 Waffen, die illegal gehortet wurden.

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