Nach dem Feuerwehrgerätehaus ist das hier unser größtes Projekt“, sagte der Sersheimer Bürgermeister Jürgen Scholz beim Spatenstich am Mittwoch und bezog sich auf das Bauvorhaben in der Sedanstraße 11/Backgasse 9. „Für die Kommune Sersheim ist das ein Quantensprung, weil wir bisher so ein sozialadäquates Wohnen nicht unbedingt auf der Tagesordnung hatten.“ Entlang der Sedanstraße soll ein Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage errichtet werden. Das ist dann im Gemeindeeigentum für „mietpreisgünstiges Wohnen“. Mit diesem Bauvorhaben treiben die Verantwortlichen der Kommune ein verstärkt sozial verträgliches Wohnen voran. Die Wohnungen werden nämlich an sozial schwache Menschen vermietet. Der Gemeinde sei es wichtig nicht nur Flächen für Einzel- oder Doppelhäuser zu bauen, sondern auch ein hochwertiges Wohnangebot für die Menschen zu generieren die keine hohen Mieten zahlen können, berichtete Scholz.

16 Wohnungen auf einer Fläche von 1200 Quadratmetern sind geplant. Die kleinsten Wohnungen werden etwa 50 Quadratmeter groß sein und die größten – das sind dann Vierzimmerwohnungen – über 100 Quadratmeter. Gebaut wird zudem noch in der Backgasse 9 auf einer Fläche von 600 Quadratmetern. Dort entstehen sechs Wohneinheiten zwischen 109 und 134 Quadratmetern. Das Gebäude wird dreistöckig sein mit Balkons, Stellplätzen und einem Spielplatz. Das dortige Mehrfamilienhaus ist allerdings nicht im Besitz der Gemeinde. Der Wohnungsverkauf findet direkt über den Wohnbau Oberriexingen statt.

Vor Ort war auch der Geschäftsführer des Bauträgers Oberriexingen „Wohlfühlen“, Kim Hasenhündl. „Wir zahlen und er baut“, sagte der Rathauschef humorvoll. Bis Herbst 2020 soll alles fertig sein. „Ein ehrgeiziger Plan“, gab der Bürgermeister zu.

„Vor eineinhalb Jahren ist die Idee entstanden“, sagte Hasenhündl. Man habe eine Fläche gekauft und mit der Gemeinde überlegt, was gemacht werden kann. Dann entstand der Gedanke, günstigen Wohnraum zu schaffen. „Es ist ein nachhaltiges Projekt für die Gemeinde Sersheim“, betonte der Geschäftsführer. Seine Begeisterung für das Bauvorhaben war groß: „Wir waren Feuer und Flamme, ein wirtschaftliches Konzept für Sersheim zu erarbeiten.“ Vor zwei Wochen ging es mit den Bauarbeiten los. „Erst fand eine archäologische Erkundung statt“, so Hasenhündl. Inzwischen ist in der Straße eine riesengroße Grube zu sehen. 3,2 Millionen Euro soll das Bauprojekt, das die Gemeinde ohne jegliche Fördermittel finanziert, kosten. „Ich bin sehr stolz auf dieses Projekt“, sagte Scholz. Von Wohnungsnot werde in Sersheim wohl künftig nicht die Rede sein.