Familienunternehmen 1000 Tonnen Blech pro Jahr in Verarbeitung

50 Jahre Blechbearbeitung in Sersheim: Jürgen Simon (links) mit seinem Sohn Alexander.
50 Jahre Blechbearbeitung in Sersheim: Jürgen Simon (links) mit seinem Sohn Alexander. © Foto: Martin Kalb
Sersheim / Von Bettina Nowakowski 18.10.2017

Das Firmenjubiläum ist für Geschäftsführer Jürgen Simon noch lange kein Grund, aufzuhören: „Nochmal 50 Jahre weitermachen“ ist mit einem Schmunzeln seine Antwort auf die Frage, wie die Pläne für den Familienbetrieb sind. „Das ist schon eine Leistung, dass man das alles in der Familie gehalten hat“, so sein Fazit.

Beginn in einer Garage

Angefangen hat alles 1967 in einer Garage in Spielberg. Firmengründer Josef Simon betrieb dort vorerst im Nebenerwerb seine Produktion von Gestellen für Kinderwagen und Metallmöbel. Nach dem Umzug nach Ochsenbach kam 1986 Sohn Jürgen in den Familienbetrieb. 1994 übernahm er als alleiniger Geschäftsführer die Firma. 2005 erfolgte der Umzug zum heutigen Standort nach Sersheim mit zirka 10 000 Quadratmetern Betriebsfläche.

Etwa 1000 Tonnen Blech werden in den Hallen jedes Jahr verarbeitet. Von der Entwicklung über die Konstruktion bis zur fertigen Baugruppe wird direkt vor Ort produziert. Zum Leistungsspektrum gehören Laserschneiden, CNC-Stanzen, Umformtechnik, Schweißbaugruppen, Oberflächenbehandlung und Baugruppenmontage. Eine Besonderheit, weil nicht überall angeboten, ist die Pulverbeschichtung. „Wir erstellen individuelle Lösungen für unsere Kunden, Standardanfertigungen gibt es nicht bei uns“, erklärt Jürgen Simon. „Wir haben eine eigene Konstruktionsabteilung, die alle Kundenwünsche erfüllt.“ Die können sehr unterschiedlich sein: von kleinsten Einzelanfertigungen bis hin zu aufwendigen Konstruktionen von Prototypen.

Seit 2016 ist das Unternehmen ISO-zertifiziert. Als Betrieb in der Region arbeite man ausschließlich für Kunden in der Region, vor allem aus dem Maschinen- und Anlagenbau. „Wir haben gut 80 Prozent Stammkundschaft aus der Umgebung, mit der wir seit mehr als 40 Jahren zusammenarbeiten.“ Das Gleiche gelte auch für die Lieferanten: „Es geht nicht nur immer um Kosten, auch Zuverlässigkeit ist wichtig“. Neben Know-how und Qualität sind auch Flexibilität und eine schnelle Lieferung gefragt. Trotz moderner Maschinen wird vieles auch noch in reiner Handarbeit gefertigt: „Für den präzisen Zusammenbau gibt es noch keine Maschinen“, meint Sohn Alexander. Er ist nach seiner Ausbildung als Technischer Zeichner 2006 in den väterlichen Betrieb eingestiegen und für den Vertrieb zuständig.

Kette nicht unterbrechen

Mutter Karin Simon hat die Buchhaltung unter sich. Über die Hälfte der Mitarbeiter sind mehr als 20 Jahre im Betrieb tätig. Ausgebildet werden Maschinen- und Anlagenbediener und Technische Produkt-Designer. In der Regel werden die Auszubildenden auch übernommen.

Mit Alexander Simon steht die dritte Generation zur Weiterführung des Unternehmens am Start. Für ihn ist die Herausforderung, „das Familienunternehmen weiterzuführen und die Kette nicht zu unterbrechen.“ Auch für Jürgen Simon ist das ein schöner Gedanke: „Man braucht rechtzeitig einen guten Führungsstab, das soll nicht alles auf einer Schulter lasten.“ Noch sind es ein paar Jahre hin, bis der Generationenwechsel erfolgen wird. Vater und Sohn haben jedenfalls Freude an ihrer Arbeit: „Es ist immer spannend, jeden Tag muss man neue Ideen haben.“