Dischingen Verkauf von Varta steht bevor - Verunsicherung in Dischingen

Die Übernahme der Batterie- und Lichtsparte durch Energizer soll im Januar 2019 abgeschlossen werden.
Die Übernahme der Batterie- und Lichtsparte durch Energizer soll im Januar 2019 abgeschlossen werden. © Foto: Archiv/Geyer-Luftbild
Dischingen / Klaus Dammann 12.12.2018
Die Batterie-Sparte darf an Energizer verkauft werden – mit der Bedingung, Varta Europa abzutrennen.

Dass der US-Konzern Energizer die Batterie- und Licht-Sparte von Spectrum Brands, zu der neben dem amerikanischen Batteriehersteller Rayovac auch das deutsche Unternehmen Varta mit seinem Fertigungssitz in Dischingen gehört, kaufen kann, hängt von einer Genehmigung der Europäischen Kommission ab.

Diese hatte jedoch Bedenken, da sich durch den Aufkauf eine marktbeherrschende Stellung für Energizer ergeben könnte. Der Kommission wurde daher vor einigen Wochen die Möglichkeit unterbreitet, Varta samt seinen deutschen Herstellungs- und Vertriebseinrichtungen nach Abschluss des Deals weiterzuverkaufen. Wie Energizer und Spectrum Brands heute in einer Pressemitteilung erklärten, habe die EU-Kommission dem Verkauf jetzt unter dieser Bedingung – von Energizer zuvor als „Nachbesserung“ bezeichnet – zugestimmt.

Weiter heißt es, es werde davon ausgegangen, dass die Übernahme der Batterie- und Lichtsparte durch Energizer im Januar 2019 abgeschlossen werden kann. Unmittelbar anschließend solle der Weiterverkauf von Varta in den Märkten Europa, Naher Osten und Afrika in Angriff genommen werden. Dies solle bis zur Mitte 2019 geschafft werden. In den anderen globalen Märkten werde Energizer die Rechte an der Marke Varta behalten, ebenso wie weltweit an der Marke Rayovac.

Die Gewerkschaft nimmt Stellung

Bei Varta in Dischingen und Ellwangen besteht Verunsicherung im Blick auf die Zukunft. Roland Hamm, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Aalen, kommentierte die Nachricht über die EU-Genehmigung damit, dass dies so zu erwarten gewesen sei. „Für Varta ist es jetzt die spannende Frage, wer die Käufer sein können.“

Hamms Heidenheimer Kollege Ralf Willeck sagte: „Wir konzentrieren uns jetzt darauf, dass die Abtrennung so gestaltet wird, dass kein Schaden für Varta entsteht, sondern eine eigenständige, funktionsfähige Varta für Europa im Sinne der Beschäftigten.“

Man habe bei der EU interveniert, dass das neue Konstrukt überlebensfähig sein muss und konkrete Forderungen eingebracht. So müsse es einen „Aufpasser“ geben, dass Energizer nichts falsch macht und womöglich alles Interessante aus dem Betrieb herauszieht, so dass „nur noch eine leere Hülle verkauft“ wird.

Willeck: „Wir wollen sicherstellen, dass das Unternehmen nachher ebenso gut funktioniert wie zuvor.“ Beabsichtigt sei auch, die hiesige Europaabgeordnete Dr. Inge Gräßle im Interesse der Beschäftigten mit einzuschalten.

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