Bilanz Zeiss-Umsatz leicht rückläufig

Zur Halbjahresbilanz hatte Zeiss gestern ins Meditec-Zentrum im interkommunalen Gewerbegebiet Oberkochen-Königsbronn eingeladen. Dort gibt es eine große Fläche, auf der die modernsten Produkte für Kliniken oder Facharztpraxen ausgestellt sind und in der Praxis vorgeführt werden. Zeiss-Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Kaschke (hinten links) und Finanzvorstand Thomas Spitzpfeil (hinten rechts)  ließen sich von einer Mitarbeiterin ein Operationsmikroskop für Augenoperationen vorführen.
Zur Halbjahresbilanz hatte Zeiss gestern ins Meditec-Zentrum im interkommunalen Gewerbegebiet Oberkochen-Königsbronn eingeladen. Dort gibt es eine große Fläche, auf der die modernsten Produkte für Kliniken oder Facharztpraxen ausgestellt sind und in der Praxis vorgeführt werden. Zeiss-Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Kaschke (hinten links) und Finanzvorstand Thomas Spitzpfeil (hinten rechts) ließen sich von einer Mitarbeiterin ein Operationsmikroskop für Augenoperationen vorführen. © Foto: Klaus-Dieter Kirschner
Oberkochen / Klaus-Dieter Kirschner 14.05.2013
„Die anhaltende Schwäche auf dem Halbleitermarkt“ war erwartet worden, sagte der Vorstandsvorsitzende von Zeiss, Dr. Michael Kaschke als er im neuen Domizil der Zeiss Medizintechnik die Halbjahresbilanz bekannt gab.

Der Umsatz per Stichtag 31. März lag um 62 Millionen Euro unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres: Der Umsatz verringerte sich von 2,04 Milliarden auf 1,978 Milliarden Euro.

Trotz rückläufiger Umsatzzahlen wurde beim Personal aufgestockt: um rund 470 auf 24 803 Beschäftigte. Das sind drei Prozent mehr, während die Umsatzerlöse genau um diese Quote zurückgingen.

In Deutschland beschäftigt Zeiss 10 742 Personen. Knapp 180 der neuen Stellen gingen an Mitarbeiter, die bislang im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung bereits für Zeiss tätig gewesen sind. Aktuell hat Zeiss rund 380 Lehrlinge.

84 Prozent des Umsatzes erzielte Zeiss mit Direktgeschäften, 16 Prozent mit Kooperationspartnern. Über 85 Prozent des Direktumsatzes kam auf internationalen Märkten zustande.

Im ersten Geschäftshalbjahr legte der Asien-Pazifik-Raum um vier Prozent auf 395 Millionen Euro Umsatz zu: Amerika verbesserte sich um zwei Prozent auf 552 Millionen Euro; die Wirtschaftsraum West- und Osteuropa, Naher Osten und Afrika kam auf ein Prozent Plus und 704 Millionen Euro Umsatz. Darin enthalten sich 244 Millionen Euro Umsatz, die auf den deutschen Markt entfallen waren. Der Zuwachs lag in Deutschland bei einem sehr bescheidenen Prozent. Das Direktgeschäft in China, Indien und Lateinamerika verzeichnete 16 Prozent Zunahme. Um 23 Prozent ging hingegen der Umsatz bei dem Geschäft mit Kooperationspartnern zurück.

Dr. Kaschke erklärte das vor allem damit, dass die Halbleitertechnik um 18 Prozent unter den Vorjahresmonaten blieb.

Zehn Prozent des Umsatzes stellt Zeiss für Forschung und Entwicklung zur Verfügung. Das sind 191 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Plus von sechs Prozent. In den ersten sechs Monaten des aktuellen Geschäftsjahres gab Zeiss 107 Millionen für neue Sachanlagen aus. Das war eine Million weniger als noch 2011/12. Die Gelder wurden für Infrastrukturprojekte locker gemacht oder für neue Fertigungstechnik bei SMT und in der Medizin Technik ausgegeben. Dr. Kaschke: „Trotz einer sich abkühlenden Weltwirtschaft erhöhen wir unsere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Wir stoppen oder verschieben auch nicht wichtige Zukunftsinvestitionen... Für ein Hightech-Unternehmen wie Zeiss ist eine solche Kontinuität wichtig. Bis 2014 werde Zeiss 500 Millionen Euro in den Ausbau und in die Modernisierung der Standorte des Unternehmen stecken. Wie berichtet, baut Zeiss aktuell ein Logistik- und ein Konferenz-Zentrum.

Finanzvorstand Thomas Spitzenpfeil betonte bei der gestrigen Vorstellung der Halbjahresbilanz, dass Zeiss „ohne Neuaufnahme von Finanzmitteln die Investitionen stemmen kann“. Nach seinen Worten liegt die Eigenkapitalquote bei stabilen 26 Prozent.

Kurz gestreift wurden die verschiedenen Unternehmensbereiche. Die Halbleitertechnik (SMT): Der Markt für Micro-Chips erhole sich „ nur sehr sehr langsam“ (Dr. Kaschke). Angesichts der Tatsache, dass das Investitionsverhalten in der Halbleiter-Branche sehr zögerlich sei, brach der Umsatz um 18 Prozent ein. Der Markt sei ohne Wachstumsimpulse. Dennoch wurde die Mitarbeiterzahl um 17 Prozent auf 2760 erhöht.

Die Industrielle Messtechnik wuchs um elf Prozent auf 264 Millionen Umsatz. Das Amerikageschäft habe hier doch sehr das Wachstum beflügelt. Die Belegschaft stieg um 15 Prozent auf 2430 Personen.

Ein Minus von zwei Prozent und 303 Millionen Umsatz gab es im Unternehmensbereich Mikroskopie. Im Halbjahresvergleich wurden sechs Prozent mehr Mitarbeiter unter Vertrag genommen. Aktuell arbeiten hier 2890 Frauen und Männer.

Die Medizintechnik verbesserte den Umsatz um zwei Prozent auf 494 Millionen Euro. Um sechs Prozent auf 3560 stieg die Zahl der Mitarbeiter.

Im Unternehmensbereich Vision Care, Brillengläser usw. wurde dagegen Personal abgebaut. Es sind sechs Prozent weniger. Derzeit sind hier 9420 Menschen beschäftigt. Der Umsatz fiel um drei Prozent auf 419 Millionen Euro zurück.

Die Geschäftsbereiche Kamera-Linsen, Planetarien und Optik für Sportwettkämpfe erhöhten den Umsatz um fünf Prozent auf 90 Millionen Euro. In den Bereichen sind es unverändert 790 Beschäftigte.

In seinem Ausblick auf das zweite Halbjahr hoffte Dr. Kaschke, dass die vier Milliarden Euro Umsatz erreicht werden und Zeiss sich auf dem aktuellen Niveau halten könne.

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