Kreis Heidenheim Zecken: Kreis Heidenheim bleibt FSME-Risikogebiet

Eine vollgesaugte Zecke.
Eine vollgesaugte Zecke. © Foto: DPA
Kreis Heidenheim / Karin Fuchs 14.07.2018
Zeckengefahr: Im ganzen Land gab es 2018 bereits 109 Fälle von FSME. Doch: Was ist FSME? Und was unterscheidet sie von der Lyme-Borreliose? Hier mehr dazu:

Dieses Frühjahr sind laut Zahlen des Landesgesundheitsamts bereits 109 Menschen an FSME erkrankt. Das ist ein Viertel mehr als zur Jahresmitte 2017 (88 Erkrankte).

Besonders betroffen sind die Kreise Ravensburg (13 Fälle), Calw (10 Fälle) und der Ortenaukreis (15 Fälle).

Für den Landkreis Heidenheim wurde zwar nur ein Fall gemeldet, dennoch gilt er als Risiko-Terrain.

Das baden-württembergische Ministerium für Soziales und Integration gibt folgende Hinweise und Tipps:

Welche Krankheiten übertragen Zecken?

Zecken sind blutsaugende Parasiten, die alle Wirbeltiere, auch den Menschen, befallen können. Zecken können Krankheiten übertragen. In Baden-Württemberg sind dies vor allem die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sowie die Lyme-Borreliose.

Was ist FSME?

Die FSME ist eine Virus-Erkrankung, die durch Zeckenstich auf den Menschen übertragen werden kann. Die Überträger-Zecken sind zwar in der ganzen Bundesrepublik verbreitet, enthalten das Virus jedoch vor allem im süddeutschen Raum. Zu den so genannten Risikogebieten, in denen die Infektionsgefahr durch FSME-Viren besonders groß ist, gehören Baden-Württemberg, Bayern, das südliche Hessen und das südliche Thüringen. In Baden-Württemberg besonders betroffen sind die Oberrheinische Tiefebene im Südwesten sowie das Bodenseegebiet. Außerhalb Deutschlands kommt die FSME vor allem im östlichen Europa vor, besonders in Österreich, Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Polen und dem Baltikum.

Auskunft zu den aktuellen Risikogebieten in Deutschland und Europa veröffentlicht das Robert-Koch-Institut auf seiner Website.

In den Risikogebieten Deutschlands kann jede 20. bis 50. Zecke Virusträger sein. Die Zahl der registrierten FSME-Erkrankungen in Baden-Württemberg liegt zwischen 100 und 200 Fällen pro Jahr. Im gesamten Bundesgebiet liegt diese Zahl zwischen 200 und 300 Fällen.

Einen weiteren Infektionsweg stellt die orale Aufnahme über Rohmilch beziehungsweise Rohmilchprodukte dar. Ziegen, aber auch Kühe und Schafe, die von einer FSME-Virus-infizierten Zecke gestochen werden, können über mehrere Tage das Virus ausscheiden. Das Virus wird, vor allem bei Ziegen, in relativ großen Mengen in die Milch abgegeben und ist auch in daraus hergestelltem Frischkäse zu finden.

FSME-Infektionen verlaufen oft ohne Krankheitserscheinungen. Bei etwa einem Drittel der infizierten Personen können jedoch grippeartige Erscheinungen mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Bei fünf bis zehn Prozent aller Infektionen kommt es nach einem symptomfreien Intervall zu Hirnhaut- und Gehirn-Entzündungen, die vor allem bei älteren Menschen zu bleibenden Schäden führen können. Bei der FSME gibt es keine Behandlungsmöglichkeit. Einen sicheren Schutz bietet nur die Impfung, die allen Personen empfohlen wird, die gegenüber Zecken exponiert sind. Eine FSME-Impfung schützt nicht vor weiteren durch Zecken übertragene Krankheiten.

Was ist Lyme-Borreliose?

Die Lyme-Borreliose wird sehr viel häufiger durch Zecken übertragen als die FSME. Im Gegensatz zur FSME sind hier die Erreger Bakterien, so genannte Borrelien, und die Infektion ist nicht auf bestimmte Gebiete Deutschlands beschränkt. Im Durchschnitt tragen 10 bis 20 Prozent der Zecken diesen Erreger in sich. Erste Krankheitszeichen bestehen typischerweise in einer schmerzlosen Hautrötung, die noch bis zu zehn Wochen nach dem Zeckenstich auftritt und sich ringförmig ausbreitet.

Bei Streuung der Erreger über das Blut kann es zu grippeähnlichen Allgemeinerscheinungen, Fieber und Schweißausbrüchen kommen. Im Anschluss daran können sich die Borrelien in verschiedenen Organen festsetzen, was zu Gelenkentzündungen, Muskelschmerzen und Herzrhythmusstörungen führen kann. In weniger als fünf Prozent der Lyme-Borreliosen kommt es zu einem Befall des Nervensystems unter dem Bild von Nervenentzündungen und Hirnhautentzündungen.

Gegen die Erreger der Lyme-Borreliose gibt es bisher in Deutschland keinen Impfstoff. Die Erkrankung kann aber mit Antibiotika wirksam behandelt werden. Wichtig ist eine frühzeitige Diagnose. Die Wahrscheinlichkeit einer Erregerübertragung sinkt, wenn die Zecke frühzeitig entfernt wird. In der Regel werden die Borrelien erst 12 bis 24 Stunden nach erfolgtem Zeckenstich übertragen.

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