Konzept Wohin mit dem Abwasser?

Wo wird das Abwasser aus Gussenstadt künftig geklärt? Mit dieser Frage muss sich der Gemeinderat in den kommenden Monaten befassen.
Wo wird das Abwasser aus Gussenstadt künftig geklärt? Mit dieser Frage muss sich der Gemeinderat in den kommenden Monaten befassen. © Foto: Jens Eber
Gussenstadt / jens eber 26.02.2014
Wo wird das Abwasser aus Gussenstadt künftig geklärt? Mit dieser Frage muss sich der Gemeinderat in den kommenden Monaten befassen. Zwei grundsätzliche Optionen wurden bereits ausgewählt.

Eines ist sicher: Das Thema Abwasser wird auch den künftigen Gemeinderat beschäftigen. Während die Druckleitung von Gerstetten nach Mergelstetten aufgrund ihrer bislang zu hohen Betriebskosten vorläufig noch unter Beobachtung steht, müssen die aktuellen Ratsmitglieder in der laufenden Amtsperiode für die Gussenstadter Kläranlage zumindest eine Entscheidungsgrundlage für das nachfolgende Gremium schaffen.

Das Landratsamt drängt. Bis Ende Juli muss demnach ein Konzept vorliegen. Das Problem, betonte Ortsbaumeister Bernd Müller am Dienstag im Gemeinderat, sei nicht die Abwasserqualität der Gussenstadter Kläranlage. Der mit ersten Planungen beauftragte Ingenieur Helmut Kolb ergänzte, die Anlage könne der Abwassermenge bei trockenem Wetter noch aufnehmen, Regenwetter überlaste sie dagegen.

Das Landratsamt macht Druck

Seit langem fordert die zustände Kreisbehörde den weiteren Ausbau der Anlage, die bislang letzte Fristverlängerung lief Ende 2013 ab. Wird allerdings im Sommer ein Konzept vorgelegt, stellt der Landkreis offenbar eine Fristverlängerung bis Ende 2015 in Aussicht.

Mit entscheidend wird am Ende sicherlich der Preis sein. Planer Kolb hatte zwar nur „grobe Schätzungen“ mitgebracht, demnach würde der Ausbau der Kläranlage aber einen siebenstelligen Eurobetrag kosten.

Alternativ stellte Kolb mehrere Varianten für den Anschluss an die Sammelkläranlage in Heidenheim vor. Denkbar wäre demnach, das Gussenstadter Abwasser in Heuchstetten zu sammeln und von dort über Sontheim/Stubental nach Heidenheim zu leiten. Außerdem könnte das Abwasser in Heuchstetten gesammelt und von dort nach Gerstetten gepumpt und in die neue Druckleitung eingespeist werden.

Beide Vorschläge stoßen auf wenig Gegenliebe

Beide Ansätze fanden im Rat wenig Gegenliebe. Das Abwasser über Gerstetten nach Mergelstetten zu pumpen erschien der Mehrheit zu aufwendig und zu teuer, und auch die andere Variante wollte nicht gefallen, weil die Heuchstetter Kläranlage in gutem Zustand sei. Bis 2018 liegt dort eine Einleitungserlaubnis vor, zehn weitere Jahre sind laut Verwaltung bereits in Aussicht gestellt.

Auf Interesse stieß dagegen die Variante, das Gussenstadter Abwasser ohne weitere Pumpenunterstützung ins Söhnstetter Kanalnetz einzuleiten, das mit einer ausreichend dimensionierten Leitung bereits bis zu den Aussiedlerhöfen zwischen beiden Orten reicht. Bezogen auf die Baukosten wäre dies nach Kolbs Schätzung die günstigste Lösung.

Nicht enthalten in den Schätzungen sind dagegen die Betriebskosten. Demnach ist bislang auch unklar, welche Kosten die Einleitung über Söhnstetten nach Heidenheim mit sich brächten, auch im Falle künftiger Baumaßnahmen. Kolb betonte, zunächst müsse in Gussenstadt über mehrere Wochen hinweg die genau Abwassermenge bestimmt werden. Dies forderte auch der Gussenstadter Ortsvorsteher und Gemeinderat Werner Häcker (FWV) ein, der sich genauere Daten und Werte der bestehenden Anlage wünschte. Georg Jäger (KWG) regte an, zu prüfen, ob der Gerstetter Norden an einen Sammler in Heuchstetten angeschlossen werden könnte, der zudem das Gussenstadter Abwasser über eine Freispiegelleitung Richtung Heidenheim transportieren könnte. Die Höhenverhältnisse sollen nun geprüft werden.

Bürgermeister Roland Polaschek sicherte außerdem zu, man werde versuchen, den Zeithorizont zu erweitern. Zeitdruck führe zu Fehlern, das gelte es zu vermeiden. Bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung beschloss der Rat am Ende, vorrangig den Ausbau der Kläranlage und die Einleitung über Söhnstetten intensiv zu prüfen.

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