Wald Wo Ungewöhnliches die Spaziergänger überrascht

Eine Leserin entdeckte diese drei Kunstwerke im Mauertal bei Söhnstetten auf ihrem Sonntagsspaziergang durch den Wald.
Eine Leserin entdeckte diese drei Kunstwerke im Mauertal bei Söhnstetten auf ihrem Sonntagsspaziergang durch den Wald.
Söhnstetten / Joelle Reimer 20.02.2014
Bei den milden Temperaturen der vergangenen Tage zieht es viele Spaziergänger in die umliegenden Wälder. Wer aufmerksam ist, sieht dort neben Bäumen und Blumen auch mal Ungewöhnliches – zum Beispiel hölzerne Fliegenpilze oder Eulen aus Stein. In Söhnstetten konnte der Urheber ausfindig gemacht werden.

So ging es einer Leserin aus Heidenheim, die im Mauertal bei Söhnstetten unterwegs war und beim sonntäglichen Spaziergang eine nette Überraschung erlebte. Sie stieß auf zwei große Fliegenpilze, die gekonnt aus einem Baumstamm ausgesägt und liebevoll bemalt waren. Auch an einem Wegekreuz und einer kleinen Eule aus Stein kam sie vorbei. Doch wer ist der fantasievolle Waldkünstler, der hinter diesen Werken steckt?

Verantwortlich dafür ist Kurt Bohner aus Stuttgart. Der 82-Jährige hat diesen Teil des Privatwaldes vor 35 Jahren gekauft und seither bewirtschaftet, auch heute kommt er noch regelmäßig. „Mein Vater stammt aus Söhnstetten, deshalb habe ich eine enge Verbindung zu dem Ort“, sagt Bohner. Sein Großvater, ein Bauer aus Söhnstetten, habe wie er früher gerne im Wald gearbeitet, dadurch habe er einen Bezug dazu gefunden.

Die Kunstwerke hat Bohner geschaffen, weil er den Wald verschönern wollte, für sich selbst und vor allem auch für die Spaziergänger. „Ich bepflanze den Wald heute noch, und die Umgestaltung der Baumstämme war eine nette Abwechslung“, sagt der 82-Jährige. Die Arbeit in der Natur sei für ihn zudem der beste Ausgleich gewesen, als er noch als Professor an der Universität Stuttgart tätig war und seine Zeit größtenteils am Schreibtisch verbrachte. „Da konnte ich immer so richtig den Kopf durchlüften“, sagt Bohner.

Die beiden Fliegenpilze entstanden, nachdem Bohner eine große Zwillingsbuche gefällt hatte. „Mit meinen zwei Enkeltöchtern habe ich die Baumstumpfe dann bemalt“, erzählt er.

Die kleine Steineule im anderen Baumstumpf sei ein Geburtstagsgeschenk an ihn gewesen, das einfach gut dorthin gepasst habe. Der Baum wurde durch einen Sturm beschädigt und Bohner sägte daraufhin ein Loch in den übrig gebliebenen Stumpf, welcher das neue Zuhause der Eule werden sollte. „Irgendwem hat das aber so gut gefallen, dass die Eule sogar schon gestohlen wurde“, erzählt der Stuttgarter. Als ein Reiter sie dann einige Zeit später am Wegrand entdeckte, fand die Eule über einige Umwege wieder zurück an ihren Platz.

Am übriggebliebenen Stumpf eines Baumes, der von Käfern zerfressen war und deshalb gefällt werden musste, brachte Bohner das kleine Wegekreuz an. „Hier kommen so viele Spaziergänger vorbei, und ich wollte dazu anregen, sich einmal Gedanken darüber zu machen, dass der eigene Lebensweg für jeden auch irgendwann einmal nach oben weist“, erklärt der Urheber des Kunstwerks. Das Kreuz sei bei den vorbeikommenden Spaziergängern sehr beliebt. „Manche legen ab und an Steine dazu“, sagt Bohner. Auch einen geflochtenen Ehrenkranz und Stoffblumen habe er dort schon gefunden.

Es lohnt sich also, beim nächsten Spaziergang mal die Augen offen zu halten, vielleicht gibt es ja noch mehr von diesen kleinen Kunstwerken im Wald.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel