Hermaringen Windkraft: Hermaringen will sich nichts verbauen

Hermaringen steht der Nutzung von Windkraft positiv gegenüber. Weshalb der Gemeinderat jetzt die ablehnende Haltung der bayerischen Nachbargemeinde Medlingen zu einer geplanten Vorrangfläche lediglich zur Kenntnis genommen und sich inhaltlich dazu nicht weiter geäußert hat.
Hermaringen steht der Nutzung von Windkraft positiv gegenüber. Weshalb der Gemeinderat jetzt die ablehnende Haltung der bayerischen Nachbargemeinde Medlingen zu einer geplanten Vorrangfläche lediglich zur Kenntnis genommen und sich inhaltlich dazu nicht weiter geäußert hat. © Foto: Archiv, Klaus-Dieter Kirschner
Hermaringen / Brigitte Malisi 13.07.2017
Medlingens ablehnende Haltung zu einer geplanten Vorbehaltsfläche für Windräder nimmt der Gemeinderat lediglich zur Kenntnis.

Auf den ersten Blick sah dieser Tagesordnungspunkt der jüngsten Sitzung des Gemeinderates nach einer reinen Formalie aus: Stellungnahme der Gemeinde Hermaringen zum Regionalplan Augsburg zur Fortschreibung des Teilfachkapitels „Nutzung der Windenergie“

Doch die Gemeinderäte durchschauten schnell, dass da weit mehr dahintersteckt und ihre eigenen Interessen betroffen sein könnten.

Worum ging es? Der Regionalplan Augsburg sieht in der bayerischen Nachbargemeinde Medlingen eine „Vorbehaltsfläche“ für Windräder vor. Die möchte Medlingen jedoch nicht haben und argumentiert deshalb mit einer ganzen Reihe von Gründen dagegen. Vom Naturschutz bis hin zum Schutz von Denkmälern wie beispielsweise dem Kirchturm der Klosterkirche reicht die Liste der möglichen Beeinträchtigungen. Auch Hermaringen und der Landkreis Heidenheim können Stellungnahmen abgeben, von denen sich Medlingen sicher eine Unterstützung seiner Interessen erhofft.

Lieber Windrad als AKW

Doch vor diesen Karren wollten sich die Hermaringer Gemeinderäte nicht spannen lassen, wie es Wolfgang Nothelfer (CDU-FWG) formulierte. Stefan Czichon (WdA) verwies darauf, dass eine Ablehnung der Windräder in der bayerischen Nachbargemeinde in der Konsequenz bedeute, dass auch Hermaringen für sich Windkraftanlagen in der Zukunft ausschließe. Man könne ja nicht auf Medlinger Seite dagegen und dann vielleicht auf Hermaringer Gemarkung dafür sein, bekräftigte Hans-Dieter Diebold die Argumentation seines Fraktionskollegen.

Im Hermaringer Gemeinderat ist man sich schon seit Jahren über die einzelnen Fraktionen hinweg über die wichtige Bedeutung erneuerbarer Energien einig und hat auch bereits viel investiert. „Mir würde ein Windrad hinter dem Kirchturm besser gefallen als ein Atomkraftwerk vor dem Kirchturm“, erklärte so auch Hans Ott (CDU-FWG).

Verzicht auf Stellungnahme

Bürgermeister Jürgen Mailänder verwies darauf, dass man ja auch gar nicht dazu verpflichtet sei, offiziell Stellung zu nehmen. Schließlich einigte sich die Ratsrunde darauf, man die Planung lediglich zur Kenntnis zu nehmen und auf eine Stellungnahme zu verzichten. Damit will man sich eine mögliche künftige Nutzung von Windenergie auf Hermaringer Gemarkung offen halten.

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