Bibris Wie geht's weiter mit den Sporthallen?

Ob Sanierung oder Neubau: Bibris- (rechts) und Oskar-Mozer-Halle (links) sollen auf jeden Fall über den bisherigen Zwischenraum hinweg miteinander verbunden werden.
Ob Sanierung oder Neubau: Bibris- (rechts) und Oskar-Mozer-Halle (links) sollen auf jeden Fall über den bisherigen Zwischenraum hinweg miteinander verbunden werden. © Foto: Jennifer Räpple
Herbrechtingen / Günter Trittner 04.02.2014
„Der Bürger soll mitreden“, sagen Gemeinderat und Stadtverwaltung. Denn es geht um Großes. Zwischen 15 und 17 Millionen Euro wird die Ertüchtigung der Sporthallen im Bibris kosten. Die Varianten reichen von Sanierung und Umbau bis hin zu Abriss und Neubau.

Zwei Stunden haben sich die Gemeinderäte bei ihrer Strategiesitzung Ende Januar Zeit genommen, um die Vorschläge zu hören und zu sehen, welche das von der Stadtverwaltung eingeschaltete Büro Sport-Conzept für die Zukunft der Oskar-Mozer-Halle und der Bibrishalle ausgearbeitet hatte. Weitere zwei Stunden wurden dann die von den Nürtinger Fachleuten ausgearbeiteten sieben Varianten diskutiert. „Es gab noch keine deutliche Tendenz im Gemeinderat“, bilanziert Beigeordneter Thomas Diem den intensiv geführten Gedankenaustausch.

Die Bandbreite der Vorschläge des Büros Sport-Conzept, welches auch für die Planung des erst vor kurzem in Heidenheim eingeweihten Voith-Sportzentrums verantwortlich zeichnet, reicht von einer Sanierung beider Hallen im Bestand mit An- und Umbauten bis zum vollständigen Abriss und Neubau einer neuen Sporthalle. Diese Variante hat den Vorteil, dass Schul- und Vereinssport wie andere Veranstaltungen ohne Einschränkung fortgeführt werden können .

Dazwischen liegt eine Variante, bei der die 1954 eingeweihte Oskar-Mozer-Halle abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, die aus dem Jahre 1978 stammende Bibrishalle saniert wird. Bei allen Sanierungskonzepten werden beide Hallen auf der gesamten miteinander längsseitig verbunden. „Davon versprechen wir uns Synergieeffekte“, so Dieter Frank, der den Fachbereich Bau im Rathaus leitet.

Es soll zuzüglich Lager- und Abstellräume geben

Das auf den Sport bezogene Raumprogramm folgt der erst wenige Jahre alten Sportkonzeption der Stadt. Diese geht im Bibris von einer Zwei- und einer Dreifeld-Halle aus. „Wir haben keinen Mehrbedarf“, sagt Diem. Es soll aber zuzüglich Lager- und Abstellräume und auch ein größeres, multifunktionales Foyer geben.

Am 20. März wird der Gemeinderat und diesmal in öffentlicher Sitzung nochmals die 162 Seiten der Powerpoint-Präsentation von Sport-Concept durchgehen. Um im Urteil sicherer zu werden, wird die Verwaltung vorab alle Sportvereine im ganzen Stadtgebiet und die Schulen im Bibris anschreiben und diese nach Wünschen, Vorschlägen und guten und schlechten Erfahrungen mit ihrem Hallenbetrieb befragen. „Es soll kein reines Wunschkonzert werden“, bittet Diem.

Gebaut werden kann frühestens im Jahr 2015

So wie die Vereine darf sich auch die gesamte Bevölkerung aufgerufen fühlen, in diese Großinvestition eigenes Denken einzuspeisen. Ob per Brief oder per Email, Bürgerpost ist im Rathauswillkommen. Voraussichtlich bei seiner Sitzung im Juni wird der Gemeinderat eine Entscheidung fällen. Sanierung und gebaut werden kann damit frühestens im Jahr 2015.

Der von Sport-Conzept ermittelte Kostenrahmen übertrifft laut Angaben von Diem etwas die in der Haushaltsplanung der nächsten Jahre eingesetzten Zahlen. Diem ist aber zuversichtlich, dass ein Ausgleich gefunden werden kann, weil Zuschüsse von Seiten des Sports bisher nur sehr niedrig angesetzt wurden. „Hier kann noch mehr kommen.“ Zudem sei die Gemeinde teilweise vorsteuerabzugsberechtigt.

Untersucht hat Sport-Concept den Sanierungsaufwand auch in Hinsicht auf nötige Sicherheitsvorkehrungen, wenn gesundheitsgefährdende Stoffe freigesetzt werden. Bauzeittypisch wurden Asbestbeton und künstliche Mineralfaserstoffe festgestellt. In ihrem Gutachten für beide Hallen geben die Experten auch ein Urteil über die Tragkonstruktion ab.

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