Gussenstadt Wie gefällt es im Interims-Kindergarten?

An Spielzeug mangelt es den Kindern in ihrem vorübergehenden Domizil nicht. Als Ersatz für den nicht mehr nutzbaren Kindergarten in Gussenstadt wurde ein gebrauchter Container mit einer Nutzfläche von rund 220 Quadratmetern beschafft und nach Pfingsten bezogen.
An Spielzeug mangelt es den Kindern in ihrem vorübergehenden Domizil nicht. Als Ersatz für den nicht mehr nutzbaren Kindergarten in Gussenstadt wurde ein gebrauchter Container mit einer Nutzfläche von rund 220 Quadratmetern beschafft und nach Pfingsten bezogen. © Foto: Ulrich Bischoff
Gussenstadt / Ulrich Bischoff 20.06.2018
Die 53 Jungen und Mädchen Kinder haben sich im Interims-Domizil eingelebt.

Zweimal in sechs Monaten sind sie umgezogen, die Erzieherinnen und die Fachkräfte des Gussenstadter Kindergartens, samt ihrer 53-köpfigen Kinderschar. Wegen eines verhängnisvollen Wasserschadens sind sie aus ihrem angestammten Haus, dem „Wabenkindergarten“, vertrieben worden. Als Folge der feucht gewordenen Wände hatten sich giftige Pilze ausgebreitet. Der bereits angejahrte Kindergarten musste aus gesundheitspolizeilichen Gründen geschlossen werden.Gussenstadte

Im Ursulastift fanden die „Heimatvertriebenen“ nach kleineren Umbauten eine vorläufige Bleibe. Ein Dauerzustand konnte dies jedoch nicht sein. Eilends sah sich daher die Gemeinde nach einem gebrauchten Container um und wurde fündig. Die Fundamente für diesen wurden in direkter Nachbarschaft der Grundschule gegossen. Inzwischen ist die „Blechschachtel“ unweit von der früheren Behausung aufgestellt und eingerichtet worden. Blechschachtel kommt aus Kindermund und klingt abwertend. Dem Bauwerk aus Stahl fehlt es aber an nichts, wenn man von einem Zweisitzer-Sofa einmal absieht, das sich das Kindergarten-Team als Spende aus Gussenstadter Gebrauchtwarenbeständen wünscht. Nach dem Umzug, bei dem die Männer vom Bauhof und hilfsbereite Väter als Möbelpacker am Werk waren, habe man sich „heimelig eingerichtet“, so die Erzieherinnen.

Fragt man den kleinen Ben, wie er sich früher im Ursulastift gefühlt habe, vernimmt man ein vollmundiges „voll toll“. Mit „gleich toll“ umschreibt er sein Wohlbefinden im jetzigen Container. Den Kleinen mangelt es an nichts: Spielzeug, Bastelmaterial, Farbstifte sind in den Gruppenräumen zur Genüge vorhanden. Die beiden Küchen, die sanitäre Einrichtung, der Wickelraum lassen kaum Wünsche offen.

Wo neun Frauen das Regiment führen, fehlt manchmal ein Mann mit Werkzeugkasten. Michael Rudolf ist zur Stelle, wenn das Kühlaggregat spinnt, ein Wasserhahn tropft oder eine Tür klemmt. Worauf sich die neunköpfige Crew der Erzieherinnen mit Blick auf die Zukunft besonders freut, ist aber der versprochene, aus Holz gezimmerte Kindergarten. Er soll in den nächsten Jahren zusammen mit der neuen Festhalle direkt gegenüber entstehen.

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