Senioren Wer wird das Pflegeheim in Sontheim bauen?

Auf diesem Gelände am Kreisel der Schillerstraße könnte in Sontheim an der Brenz ein Altenhilfezentrum entstehen. Der Arbeitersamariterbund hat ein Auge auf dieses Grundstück in Nachbarschaft zu den Wohnanlagen der Kreisbaugesellschaft geworden.
Auf diesem Gelände am Kreisel der Schillerstraße könnte in Sontheim an der Brenz ein Altenhilfezentrum entstehen. Der Arbeitersamariterbund hat ein Auge auf dieses Grundstück in Nachbarschaft zu den Wohnanlagen der Kreisbaugesellschaft geworden. © Foto: Klaus-Dieter Kirschner
Sontheim/Brenz / Klaus-Dieter Kirschner 10.05.2013
Beim Bau eines Seniorenpflegeheims mit Lang- und Kurzzeitpflege ist Sontheim einen großen Schritt vorangekommen. In öffentlicher Sitzung votierte das Gremium für weitere Gespräche mit dem Arbeiter-Samariter-Bund.

Bevor es am Dienstagabend zum Schwur kam, hatte es eine leidenschaftliche Debatte am Ratstisch gegeben. An deren Anfang hatte Bürgermeister Matthias Kraut in groben Zügen aus einer nichtöffentlichen Sitzung vom 9. April geplaudert. Insgesamt fünf Betreiber bzw. Projektträger von Altenpflege-Einrichtungen hatten sich vorgestellt. Einig seien sich alle in der Frage gewesen, dass das Heim zwischen 35 und 45 Pflegebetten groß sein müsste. 

Der Arbeiter-Samariter-Bund würde selber planen, bauen und das Heim betreiben und habe zu der Sitzung sogar erste Planungen vorgestellt. Das Baugesuch könnte noch 2013 eingereicht, der Bau 2014 begonnen werden. Die Gemeinde müsste sich finanziell nicht beteiligen.

Die Arbeiterwohlfahrt würde nicht selber bauen, wohl aber als Betriebsträger auftreten. Zusammen mit der Gemeinde würde man nach einem Architekten und einem Investor suchen und von 24 Monaten Bauzeit ausgehen.

Die Firma Abendstein aus Ichenhausen würde als Baugesellschaft auf den Plan treten und das Objekt einem Betreiber verpachten. In maximal drei Jahren wäre das Heim bezugsfertig.

Das Hans Lindenhof (Schwäbisch Gmünd) würde in Eigenregie planen, bauen und das Heim dann betreiben. Die Gemeinde müsste den Baugrund zur Verfügung stellen. Die Bauzeit wurde mit zweieinhalb bis drei Jahren angegeben.

Das Rote Kreuz, Kreisverband Heidenheim, würde bauen lassen, das Heim dann aber selber betreiben. Eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde sei im Hinblick auf den Pflegesatz notwendig.

Bei der Sitzung ging es nun um die zentrale Frage, mit wem von den fünf Bewerbern vorrangig weitere Gespräche geführt werden sollen.

„Mit allen Überlegungen ist der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) am weitesten“, sagte Bürgermeister Kraut in seiner Einleitung der nachfolgenden Debatte. Gemeinderätin Elisabeth Lahmeyer (SPD) setzte den Akzent etwas anders: „Für mich ist entscheidend, dass ASB und DRK auch Tagespflege anbieten. Das DRK-Konzept sagte mir am meisten zu. Wir sollten die Heime in Steinheim und Bolheim ansehen.“

„Für uns war erfreulich, dass sich fünf Anbieter vorstellten“, sagte FWV-Fraktionschef Jonas Pürckhauer, der sich „recht angetan von der Vorstellung des ASB“ zeigte. Bernd Moser (CDU) bestätigte zwar „das schlüssige Konzept des ASB“, würde aber lieber dem Roten Kreuz den Vorzug geben. Für Ralf Goy (FWV) habe der ASB ein zukunftsorientiertes Konzept präsentiert, bei dem alles aus einer Hand zu bekommen sei und die Gemeinde sich (finanziell) nicht beteiligen müsse.

SPD-Fraktionschef Reiner Lindenmayer (SPD) war es sehr wichtig, „dass bei den weiteren Überlegungen die Bürgerschaft mit einbezogen wird“. Die Spezialisten aus der Seniorenbegegnungsstätte wie aus dem Ortsseniorenrat sollten mitreden. Dem stimmte im Grundsatz Heinz Mack (FWV) zu, betonte aber, dass „Investor und Betreiber ein und dieselbe Person sein müssen“. Erwin Resch (SPD) störte sich an der Eile: „Ich warne davor, heute etwas übers Knie zu brechen.“ Es seien schon noch Fragen offen. Das fand auch Sabine Malisi (SPD), während sich Claudia Eckelt (FWV) „schon heute für den ASB entscheiden könnte“. Christian Kröner (SPD) bestand darauf, dass bei den weiteren Beratungen und Entscheidungen „die mit ins Boot geholt werden, die sich später im Heim um die Senioren kümmern sollen“.

Und so gab es noch einige Wortmeldungen mehr, bis es zur mehrminütigen Sitzungsunterbrechung kam. Im Anschluss fasste Jonas Pürckhauer (FWV) die Meinung der Mehrheitsfraktion sinngemäß wie folgt zusammen: Es sollten mit dem Arbeiter-Samariter-Bund weitere Gespräche geführt werden. Parallel dazu sollten noch ein paar Heime besichtigt werden. Letzteres hielt Reiner Lindenmayer für überflüssig, während Bernd Moser (CDU) sich für ein zweigleisiges Vorgehen aussprach, also Verhandlungen mit dem ASB und dem DRK.

Letztlich stimmten 18 Ratsmitglieder (bei zwei Gegenstimmen) für den Arbeiter-Samariter-Bund; 18 Räte (bei zwei nicht zählenden Enthaltungen) hielten eine weitere Besichtigungsreise für notwendig, wenn sich dafür die nötige Zahl Interessierter finden sollte.

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