Planung Weniger Verkehrsinseln beim Straßenausbau

Der Wendeplatz am Dischinger Ortsausgang Richtung Ballmertshofen. Im Januar hatte der Gemeinderat bei der Ausbauplanung für die Ortsdurchfahrt noch dessen Entfernung beschlossen. Jetzt soll allerdings weiter ortsauswärts eine neue Wendemöglichkeit mit Bushaltestelle angelegt werden.
Der Wendeplatz am Dischinger Ortsausgang Richtung Ballmertshofen. Im Januar hatte der Gemeinderat bei der Ausbauplanung für die Ortsdurchfahrt noch dessen Entfernung beschlossen. Jetzt soll allerdings weiter ortsauswärts eine neue Wendemöglichkeit mit Bushaltestelle angelegt werden. © Foto: Klaus Dammann
Dischingen / KLAUS DAMMANN 22.05.2013
Eine weitere Hürde hat die Ausbauplanung für die marode Dischinger Ortsdurchfahrt jetzt genommen. Der Gemeinderat schloss sich den Vorstellungen der Landesbehörden für den Ausbau der Landesstraße an und beschloss entsprechende Planänderungen.

Was die Gesamtkosten angeht, so berichtete der planende Ingenieur Helmut Kolb in der Ratssitzung am Mittwochabend, dass es gegenüber seiner Einschätzung vom Januar mit 3,1 Millionen Euro durch die neuen Vorschläge wenig Abweichungen gebe. Er gehe einschließlich Wasserleitung und Kanalarbeiten nun von 3,17 Millionen Euro aus.

Kolb erläuterte die Ergebnisse der unter anderem mit dem Baureferat Ost – Ellwangen des Regierungspräsidiums Stuttgart geführten Gespräche. Für den ersten Abschnitt des innerörtlichen Ausbaus der L 2033 vom Ortsanfang aus Richtung Ballmertshofen schilderte er dem Gemeinderat, dass die Verkehrsbehörden die vom Gremium im Januar getroffene Entscheidung einer Verschwenkung der Straße, die Anlage eines Verkehrsteilers sowie Bushaltestellen auf der Fahrbahn und eine Auflösung des Buswendeplatzes mittragen würden. Mittlerweile gebe es jedoch seitens des Bürgermeisters den Vorschlag, etwas weiter Richtung Ortsende eine neue Wendemöglichkeit mit einer Bushaltestelle ortsauswärts zu erstellen. Dies werde Mehrkosten von 23 000 Euro verursachen, sagte der Ingenieur. Ortseinwärts solle der Bus auf der Fahrbahn anhalten.

Eine Reihe von Gemeinderäten sprach sich für diesen Vorschlag aus, der bei einer Gegenstimme auch beschlossen wurde.

Wenig oder keine Änderungen seien bei den Planungsabschnitten im Bereich Wikingerkeller, Ballmertshofener Straße Nord, Schlossstraße bis zur Schule und Schule/Hauptstraße notwendig, so Kolb. Im Bereich der Gaststätte Junge Pfalz habe die Gemeinde keine Einigung mit dem Eigentümer über eine Neugestaltung erzielen können. Hier solle daher der Gehweg einfach auf Gemeindefläche durchgezogen werden. Kritisch sähen die Behörden die geplante Verkehrsinsel als Querungshilfe im Bereich Torstraße Süd beim Waaghaus, berichtete der Ingenieur. Die Straße müsse aufgrund zu geringer Sichtweite hier breiter werden, doch sei dies ohne Grunderwerb unmöglich und die Fläche reiche direkt an die dortigen Häuser. Er schlage daher vor, auf die Insel zu verzichten und Gehweg und Stellplätze anzulegen. Das Gremium folgte dem einstimmig.

Seitens der Verkehrsbehörden werde gewünscht, beim Ausbau eine vorhandene Engstelle der Straße von 5,50 Meter nach der Einmündung Bergstraße zu beseitigen, sagte Kolb. Dies würde zu Kosten von etwa 12 000 Euro führen, von denen das Land wohl mehr als die Hälfte übernehme.

Er sehe eigentlich nicht ein, warum die Gemeinde in diesem Fall überhaupt etwas zahlen solle, wenn das Land eine breitere Straße von sechs Meter wolle, meinte der Schultes. Baudirektor Heiko Engelhard vom Baureferat Ost erklärte in der Sitzung, dass eine Richtlinie für die Kostenaufteilung entsprechend der Straßenbreite einschließlich Gehwegen bestehe. Gehwege fallen in die Zuständigkeit der Gemeinde. Das Ganze sei noch vom Grundstückseigentümer abhängig, betonte Jakl. Der Gemeinderat stimmte einhellig zu, Verhandlungen über Grunderwerb sollen aufgenommen werden.

Während der Bereich Torstraße Mitte mit Querungshilfe kein Problem darstelle, werde wiederum im Bereich Torstraße Nord die nach dem Faschingsvereinsheim vorgesehene kleine Verkehrsinsel am Ortsende kritisch gesehen, so Kolb. Eine erweiterte Verschwenkung der Fahrbahn werde vorgeschlagen. In diesem Fall müsse eine Stützmauer errichtet werden und es entständen Mehrkosten von etwa 8500 Euro – somit rund 38 500 statt 30 000 Euro.

„Ich weiß nicht, ob wir die Insel hier überhaupt brauchen“, sagte Gemeinderat Harald Scherbaum. Er befürworte eher, etwa 60 Meter weiter ortsauswärts beispielsweise einmal einen Kreisel anzulegen, wenn hier eine Zufahrt zum Baugebiet Spitziger Berg entstehen werde. Dieser Auffassung schlossen sich Werner Koths, Wolfgang Geyer, Richard Faußner und auch der Bürgermeister an.

Monika Mai sprach sich für eine jetzige Maßnahme zur Geschwindigkeitsreduzierung aus. Auch Franz Göttle befand es für fraglich, wann im Bereich Spitziger Berg ein Kreisel gebaut würde – dies könne Jahre dauern.

In der Abstimmung wurde dann bei drei Gegenstimmen entschieden, auf die geplante Verkehrsinsel am Ortsende zu verzichten. Abschließend sagte der Schultes, dass die jetzt in Abstimmung mit dem Land beschlossenen Änderungen in die Planung eingearbeitet würden, um dann die Förderanträge für den Ausbau der Ortsdurchfahrt stellen zu können.

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