Steinheim Straßensanierungen: Steinheim braucht eine Prioritätenliste

Die Albuchstraße muss dringend erneuert werden.
Die Albuchstraße muss dringend erneuert werden. © Foto: Sabrina Balzer
Steinheim / Carolin Wöhrle 10.02.2018
Die Aufgabe für die Gemeinde Steinheim ist klar: In den kommenden Jahren müssen einige Straßen erneuert werden. Die Frage ist nur: Wo fängt man an?

Dass sich die Gemeinde schnellstmöglich an die Sanierung einiger besonders schadhafter Straßen machen sollte, ist bekannt. In den aktuellen Haushaltsplan wurden extra 100 000 Euro mehr und damit insgesamt 400 000 Euro dafür eingestellt. Nun geht es aber um die Frage, welche Ortsstraßen man sich als erstes vornehmen sollte.

In diese Entscheidung sollen die Gemeinderäte von Beginn an involviert werden. Deshalb wurde den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt, Bau und Verkehr nun eine Prioritätenliste vorgelegt. Hintergrund dieser Liste ist die Straßenzustandsuntersuchung eines externen Büros aus dem Jahr 2016. Die Straßen, die im oberen Bereich der Liste auftauchen, dürften die wenigsten Steinheimer überraschen: die Kirchstraße und Adlerstraße in Söhnstetten beispielsweise, oder die Albuch-, Adler- und Hirschstraße in Steinheim.

Albuchstraße wird erneuert

Die Liste ist lang, die berechneten Grobkosten undurchsichtig, weil auf den ersten Blick nicht ganz klar wird, ob pro Straße nur das Ausbessern der Fahrbahn gemeint ist oder eine tiefgreifende Erneuerung inklusive Leitungen und Kanäle im Untergrund.

Was tatsächlich gemacht werden muss, das stellte der Leiter des Ortsbauamtes, Hans-Peter Brenner, klar, ist von Straße zu Straße unterschiedlich: „Die Albuchstraße beispielsweise können wir nur machen, wenn wir auch die Leitungen im Untergrund sanieren bzw. für den Hochwasserschutz die Kanäle vergrößern.“

Diese Parallelstraße zur Hauptstraße, wo im Mai 2016 das Hochwasser besonders hoch stand, muss unbedingt erneuert werden. Daran wird kein Weg vorbeiführen. Auch die Kirchstraße in Söhnstetten wird bis zur Schmalen Gasse in absehbarer Zeit saniert. Für beide Projekte laufen bereits die Vorbereitungen.

Für die Gemeinderäte wird es bei der Prioritätenliste also weniger um die vorgegebenen Pflichtaufgaben gehen, sondern um die Entscheidung, welche Straßen kurzfristig und schnell zusätzlich verbessert werden sollen. Aus Sicht der Gemeinde sind das die Jahn- und Mörikestraße sowie die Sandgrube in Steinheim und in Söhnstetten die Rosenstraße und die Gerstetter Straße. Bei letzterer könnten im Zuge einer Erneuerung laut Brenner bereits Leerrohre für die Breitbandversorgung verlegt werden. Im Gegensatz zu denen im Hauptort und in Söhnstetten sind die Sontheimer Straßen in einem guten Zustand.

In den kommenden Wochen sollen sich die Gemeinderäte mit den Listen beschäftigen und eigene Vorschläge machen. Erste kamen schon in der jüngsten Sitzung: Für Walter Kraft (FWV) beispielsweise sei die Mörikestraße zweifelsohne die schlechteste Straße in Steinheim, „aber eben nicht die wichtigste“. Er würde die Priorität eher bei der Hirsch- und Brunnenstraße sehen. Die Gemeinde allerdings hatte diesen Bereich absichtlich vorerst nicht auf ihre Liste aufgenommen, weil hier noch zwei Jahre lang am Wohnareal Pfarrgarten/Mühlenareal gebaut werden und die Hirschstraße entsprechend belastet sein wird.

40 bis 50 Euro pro Quadratmeter

Die Frage nach der Finanzierung kam von Harald Seeßle (CDU): „Wie weit kommen wir eigentlich mit dem eingestellten Geld?“ Hans-Peter Brenner machte eine ungefähre Rechnung auf: Allein für eine Fahrbahndeckensanierung müsse man mit etwa 40 bis 50 Euro pro Quadratmeter rechnen. Für die Jahnstraße, also dem Zufahrtsweg zu den Sportanlagen, würde das circa 16 000 Euro bedeuten, für die Mörikestraße schon 64 000 Euro, für die Sandgrube mindestens 68 000 Euro. Je nach Maßnahme kann dieser Betrag aber bis auf 173 000 Euro steigen.