Verkehr Wegen Todesfall: Baustart für Heuchlinger Umfahrung verzögert sich

Die Heuchlinger warten schon seit Jahrzehnten auf ihre Ortsumfahrung. Jetzt dauert es noch einmal ein paar Wochen länger: Der Baubeginn musste auf Mitte November verschoben werden.
Die Heuchlinger warten schon seit Jahrzehnten auf ihre Ortsumfahrung. Jetzt dauert es noch einmal ein paar Wochen länger: Der Baubeginn musste auf Mitte November verschoben werden. © Foto: Karin Lorenz
Heuchlingen / Karin Lorenz 29.09.2016
Der für den 10. Oktober vorgesehene Baubeginn der Ortsumfahrung wurde verschoben. Erst Mitte November soll es losgehen. Dass tatsächlich ein Todesfall Ursache für die Verzögerung sein soll, sorgt für Irritation.

Eigentlich hätte der Bau der Ortsumfahrung Heuchlingen am 10. Oktober beginnen sollen. So stand es in der im August im Staatsanzeiger erschienenen Ausschreibung. Die Bauarbeiten wurden schließlich an die Günzburger Niederlassung des bundesweit tätigen Bauunternehmens Leonard Weiss vergeben.

Nun wird man sich im kleinen Gerstetter Teilort aber doch noch einige Wochen länger gedulden müssen: Wie Ortsvorsteher Frank Schied vom Bauunternehmen schriftlich mitgeteilt wurde, könne mit dem Bau voraussichtlich erst Mitte November begonnen werden – aufgrund eines Todesfalls sei man nicht in der Lage, den ursprünglichen Termin einzuhalten, so die Begründung der Baufirma. Für eine Stellungnahme war bei dem Unternehmen am Donnerstag niemand zu erreichen.

Am Termin für den Spatenstich am Samstag, 8. Oktober, soll sich jedoch nichts ändern. Er soll als feierlicher Festakt gemeinsam mit Politikern und der Bevölkerung gefeiert werden. Ein Festprogramm dazu wird derzeit noch erarbeitet. Angesichts der 50 Jahre, die man in Heuchlingen nun bereits für die Ortsumfahrung kämpft, ist die weitere Verzögerung um einen Monat ein relativ geringer Zeitraum.

Doch weil man im Laufe der Jahrzehnte immer wieder mit Versprechungen und Zusagen hingehalten und letztlich enttäuscht wurde, sorgt die Nachricht doch für wenig Begeisterung im Ort – zumal man davon ausgeht, dass bei einem Baubeginn im November nur wenig Zeit bleiben wird bis zum Wintereinbruch und einen damit verbundenen längeren Baustopp. Laut Ausschreibung im Staatsanzeiger soll die Umgehungsstraße eigentlich bis zum 29. September 2017 realisiert sein.

Für Irritationen sorgt auch die Begründung für die Verzögerung, da es sich bei dem Bauunternehmen immerhin um eines der größten in Deutschland handelt mit bundesweit 21 Niederlassungen. Das 1900 gegründete Familienunternehmen wird in vierter Generation von fünf Geschäftsführern geleitet, realisiert laut eigenen Angaben jährlich 3500 Baustellen in Europa und beschäftigt über 4400 Mitarbeiter.

Die Ortsumfahrung wird laut Planfeststellungsbeschluss des Regierungspräsidiums nördlich an Heuchlingen vorbeiführen und ungefähr 300 Meter westlich des Dorfes beginnen. Für die östliche Anbindung von Heuchlingen und Dettingen wird ein Kreisverkehr gebaut. Die Gesamtlänge der Trasse beträgt knapp zwei Kilometer. Die Kosten des Straßenneubaus werden vom Land Baden-Württemberg getragen und auf rund 2,8 Millionen Euro geschätzt.