Historie Wasserverband Ostalb befindet sich im Wandel

46 000 Menschen in 18 Kommunen versorgt der Zweckverband Wasserversorgung Ostalb. Den durch Quellen und Wasserrechte abgesicherten Verband halten am Laufen (von links): Technischer Betriebsleiter Walter Banzhaf, Wassermeister Martin Pulvermüller, Verwaltungsangestellte Beatrice Atzen, Geschäftsführer Uwe Geiße und Verbandsvorsitzender und Bürgermeister Roland Polaschek.
46 000 Menschen in 18 Kommunen versorgt der Zweckverband Wasserversorgung Ostalb. Den durch Quellen und Wasserrechte abgesicherten Verband halten am Laufen (von links): Technischer Betriebsleiter Walter Banzhaf, Wassermeister Martin Pulvermüller, Verwaltungsangestellte Beatrice Atzen, Geschäftsführer Uwe Geiße und Verbandsvorsitzender und Bürgermeister Roland Polaschek. © Foto: Foto: Ulrich Bischoff
Gerstetten / ULRICH BISCHOFF 03.12.2015
Eine lange Geschichte hat der Zweckverband Wasserversorgung Ostalb. Die Mitglieder des in Gerstetten beheimateten Verbands machten sich am Rande ihrer jüngsten Sitzung ein Bild davon – unter anderem im Museum Alte Pumpstation in Bad Überkingen.

Einer der Verbandsvertreter hatte neben Pumpen und Transmissionen im Obergeschoss des Gebäudes in den 135 Jahre alten Planwerken das Original einer Unterschrift des legendären Ingenieurs und Pioniers der Albwasserversorgung, des später geadelten Carl von Ehmann entdeckt. Dringend bat er die Verbandsführung die in Vitrinen verwahrten Dokumente digitalisieren zu lassen und sie nicht dem Sonnenlicht auszusetzen. Die Ehmannschen Planunterlagen seien wertvoll.

Während Ehmann bei seinen Erkundungen der rauen Alb um 1866 herum auf die Postkutsche und den Wanderstock angewiesen war, folgten die Verbandsmitglieder 150 Jahre später seinen Spuren in einem luftgefederten Dreiachser-Bus. 365 Quadratkilometer umfasst das locker besiedelte Versorgungsgebiet des Zweckverbands, 18 Städte und Gemeinde hängen an seinem Versorgungsnetz, und aus vier Wasserwerken drückt das Wasser über Steigleitungen weit über 200 Meter hinauf auf die Albhochfläche. Der höchste Punkt im weitverzweigten Leitungsnetz ist Berneck bei Deggingen mit 773 Meter Höhe, gab der technische Betriebsleiter des Zweckverbands, Walter Banzhaf zu verstehen.

Martin Pulvermüller ist der Wassermeister, der den Betrieb am Laufen hält. Er erläuterte den Verbandsvertretern die Arbeit der alten Kolbenpumpen im Museum Alte Pumpe. An ihnen versahen seine einstigen Kollegen ihren Dienst, die 1880 noch Uniformen trugen und hoch geachtet waren.

Aus dieser Zeit stammt auch die Behälterkammer bei Börslingen. An ihr stellte Walter Banzhaf den Mitgliedern der Verbandsversammlung die Historie des Versorgungsunternehmens vor, das mit seinen Leitungen auch ins Ulmische vordringt.

200 Stufen führen in den Kopf des Gerstetter Wasserturms hinauf. 400 Kubikmeter Wasser speichert der Turm oben und beschert der Hochzone Halde den nötigen Druck. Bevor die Baumeister den Betonriesen – den einzigen im Verbandsgebiet – hochzogen, kam es vor, dass so mancher Gerstetter eingeseift unter der Dusche stand und es aus der Brause nur noch tröpfelte.

In der Gerstetter Waldstraße ist das „Gehirn“ des Zweckverbands verkabelt. Über seine Zentrale werden die in 25 Hochbehältern lagernden Wasservorräte des Zweckverbands verteilt und die Arbeit der Wasserwerke in den Tälern überwacht. Die Fernüberwachung ersparte den Technikern so manche Kontrollfahrt. Die Verbandsmitglieder nahmen es mit Befriedigung zur Kenntnis.

Den 136 Jahre alten Hochbehälter über Stötten hat Carl von Ehmann noch konzipiert. Er versorgt über seine alten Leitungen Stötten, Schnittlingen, die Kuchalb und auf dem Weg dorthin auch einen Schweinestall mit 1200 Muttersauen. Wenngleich dünn besiedelt ist 2017 der Neubau der Leitung „einschließlich der Anbindung der Aussiedlungen“ vorgesehen. 2018 soll es einen neuen Hochbehälter geben. Das Budget des Zweckverbands erlaube angesichts einer zurückliegenden fünfjährigen Investitionspause solche Überlegungen, hieß es aus den Reihen der Verbandsmitglieder.

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