Gerstetten Wasser-Rekord-Tag war der 1. August

Der Wasserstand in Eyb und Fils ist zwar niedrig, Bachforellen und Mühlkoppen geben den Experten aber noch keinen Anlass zur Sorge.
Der Wasserstand in Eyb und Fils ist zwar niedrig, Bachforellen und Mühlkoppen geben den Experten aber noch keinen Anlass zur Sorge. © Foto: Uwe Geiße
Gerstetten / Ulrich Bischoff 06.08.2018
Ein Versorgungsengpass auf der Gerstetter Alb ist nicht zu befürchten. Der Wasserpegel ist allerdings schon deutlich gesunken.

In Eyb und Fils schwimmen sie noch, die Bachforellen und die Mühlkoppen. Sie gehören zu den beiden Fischarten, die Martin Pulvermüller, dem Wassermeister des Zweckverbandes Wasserversorgung Ostalb, mit ihrem Unwohlsein als erste anzeigen würden, wenn in ihrem Element etwas nicht stimmen würde.

Angesichts der anhaltenden Trockenheit und der Hitze haben die Fachleute des Zweckverbandes derzeit ihre Blicke geschärft. Wohl ist der Pegel der beiden Flüsschen unter der Sonnenglut dieser Tage an den Stauwehren von einem Meter auf inzwischen 70 Zentimeter abgesunken, was Pulvermüller aber keine Sorgen bereitet. Lediglich die Urfassungen von 1880, die Sickergalerien in den Werken Eybtal und Bad-Überkingen kommen langsam an ihre Grenzen.

In trockenen Sommern, so erinnert sich der Wassermeister, hätten sie immer schon „ein bisschen geschwächelt.“ In früheren Zeiten habe dies zu einer Rationierung des Wassers auf der Albhochfläche geführt. Die Wassernot der 1950er Jahre gehöre inzwischen jedoch längst der Vergangenheit an.

Versorgung noch nie so sicher

Heute kann der Verband aus insgesamt neun Fassungen Trinkwasser schöpfen und mit seinen Wasserrechten 50 000 Einwohner in 17 Städten und Gemeinden versorgen. Noch nie in der Geschichte des Zweckverbandes sei die Versorgungssicherheit so hoch gewesen, versichern die Fachleute und verweisen auf die Wasservorräte bei Bolheim, auf die Helenenquellen über Eybach, auf die Felsentalquelle, den Tiefbrunnen der Grube Karl bei Bad-Überkingen und auf die unter Tage lagernden Wässer bei Hausen.

Als Notnagel stünde immer noch der Anschluss an die dicke Versorgungsader der Landeswasserversorgung zur Verfügung, die über Amstetten den Stuttgarter Großraum erschließt.

Mehr als im Jahrhundersommer

Was die „Wassermänner“ derzeit aber auf ihren Monitoren ablesen, sind Verbrauchswerte, die weit über dem Durchschnitt liegen. Der 1. August, ein Mittwoch, hält mit einem Tagesverbrauch von 9511 Kubikmetern bislang den Rekord und liegt damit noch über dem Spitzenverbrauch im Jahrhundertsommer 2003. Ein Grund hierfür ist auch, dass sparsame Schwaben ihr Dachwasser in Zisternen und Trögen sammeln und damit ihre Gemüsegärten und Rasenflächen bewässern. Diese Reserven seien inzwischen verbraucht, mutmaßt Pulvermüller, sodass die Gartenbesitzer auf das Trinkwasser des Zweckverbandes zurückgreifen müssen.

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