Kreis Heidenheim Warme Worte - auch für den Vorgänger

Gemeinderat Gottfried Braun (rechts) nahm Holger Weise den Amtseid ab.
Gemeinderat Gottfried Braun (rechts) nahm Holger Weise den Amtseid ab. © Foto: Sabrina Balzer
Kreis Heidenheim / Carolin Wöhrle 11.01.2019
Vor 450 Ehrengästen und Bürgern wurde Steinheims neuer Bürgermeister offiziell auf sein Amt verpflichtet.

Holger Weise hat es geschafft: Sein Weg zum Amt des Bürgermeisters, der vor rund vier Monaten mit seiner Kandidatur begonnen hatte, fand am Donnerstagabend mit der offiziellen Amtseinsetzung sein Ende. Vor rund 450 Ehrengästen und Bürgern legte Weise den Amtseid ab. Dass der am Ende etwas holprig und nicht zu 100 Prozent vollständig war, spielte fürs Publikum keine Rolle.

Wichtig war vor allem das, was Weise in seiner Dankesrede am Ende des offiziellen Teils zu sagen hatte: Es waren zum einen motivierende Worte an die Steinheimer und die Mitarbeiter im Rathaus. Es waren aber auch versöhnliche Worte, die Weises Vorgänger und Konkurrenten im Wahlkampf, Olaf Bernauer, galten: „Auch wenn wir am Ende Mitbewerber in einer demokratischen Wahl waren und damit zwangsläufig auch in der Sache oder im Stil andere Vorstellungen hatten: Das schmälert in keinster Weise seine Verdienste.“

Bernauer habe als Bürgermeister Verantwortung für die Gemeinde übernommen. „Ich weiß, dass er das mit viel Zeit, Herzblut und Leidenschaft für die Bürgerinnen und Bürger getan hat.“ Dafür gelte ihm der Dank aller.

Als Bürgermeister, so Weise, habe man eine acht Jahre lang währende Probezeit. Am Ende würden die Bürger darüber abstimmen, ob er sie bestanden hat. „Schon deshalb können Sie sicher sein, dass ich Vollgas geben werde – wann immer das geht und angezeigt ist.“ Dennoch bat er auch um Geduld: „Die kleinen Wünsche werde ich selbstverständlich versuchen immer sofort zu erledigen. Nur die Wunder, die dauern ja bekanntlich etwas länger. Für die geben Sie mir bitte eine gewissen Einarbeitungszeit.“

An seine Mitarbeiter – und damit ehemaligen Kollegen – gerichtet warb Weise für Zusammenhalt: „An uns allen ist es, aus der neuen Konstellation das Beste zu machen – nach vorne zu schauen.“ Am Ende sei es nämlich nicht das Besoldungsamt, das ihre Gehälter bezahle, sondern die Bürger.

Stellvertretend für Landrat Thomas Reinhardt war Georg Feth, der leitende Kreisverwaltungsdirektor, bei Weises Amtseinsetzung dabei. In Steinheim, so Feth, beginne nun „eine neue Zeitrechnung“. Zum einen gebe es einen neuen Bürgermeister, zum anderen mit der Doppik ein neues Haushaltsrecht. „Sie haben ein ambitioniertes Aufgabenprogramm.“ Vieles davon sei in Feths Dezernat angesiedelt. Deshalb hoffe er auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

„Man verliert eine Wahl, aber nicht einen Freund“

Einen ähnlichen Wunsch äußerte auch Nattheims Bürgermeister Norbert Bereska, der stellvertretend für alle Bürgermeister und Oberbürgermeister des Landkreises sprach. Die Zeiten für die Gemeindeoberhäupter, so Bereska, sei deutlich rauer geworden. Kollegen würden immer häufiger abgewählt. Was Olaf Bernauer betrifft, fand auch Bereska warme Worte: „Man verliert vielleicht eine Wahl, man verliert aber nicht einen Freund.“ Weise sicherte er nun zu, dass die Kollegen im Landkreis jederzeit für Ratschläge zur Verfügung stünden.

Während Bereska die Abwahl Bernauers also durchaus auch kritisch sah, nannte es Marc Pottier, der Bürgermeister der französischen Partnerstadt Colombelles, „eine Lehrstunde in Demokratie“. Dasselbe gelte auch für die Tatsache, dass so viele Steinheimer an diesem Abend bei der Amtseinsetzung dabei sein wollten.

Stellvertretend für die beiden Kirchengemeinden waren der katholische Pfarrer Alin Kausch und der evangelische Pfarrer Andreas Neumeister gekommen und wünschten Weise – beide auf ihre eigene humorvolle Art – alles Gute für sein Wirken als Bürgermeister.

Straßen, Infrastruktur, Finanzen, offenes Ohr

Bernd Ortlieb, Vorsitzender des TV Steinheim sprach im Namen aller Vereine und wurde in einem seiner Anliegen konkret: Ortlieb, der auch Gemeinderat in Steinheim ist, wünscht sich, dass die Regeln zur Vereinsförderung noch einmal überdacht und überarbeitet werden, um das ehrenamtliche Engagement, das in den Vereinen gezeigt wird, weiterhin und noch besser fördern zu können.

Gabriele Straubmüller, Rektorin der Hillerschule, wiederum erinnerte Holger Weise daran, dass sich Schulen und Gemeinden gegenseitig brauchen. Sie hoffe, dass auch Weise zu den Schulen in Steinheim und Söhnstetten stehe. Seine Aufgaben als Bürgermeister brachte sie noch einmal auf den Punkt: „Sie sind nicht nur für Straßen, Infrastruktur und Finanzen zuständig, sondern auch dafür, stets ein offenes Ohr zu haben.“

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