Stetten ob Lontal Vortrag: „Schamgefühl ist heute nicht gefragt“

Stetten ob Lontal / HZ 12.08.2018
Dr. Ewa Dutkiewicz referierte im Archäopark unter freiem Himmel über die Archäologie des Körpers.

„Ich merke deutlich, dass meine Eiszeitflöte sich nicht wohlfühlt bei dieser Hitze“, sagte Gabi Dalferth, die im Archäopark den Abend des Fördervereins Eiszeitkunst im Lonetal mit dem Vortrag „Schönheit muss leiden – Archäologie des Körpers“ von Dr. Ewa Dutkiewicz musikalisch umrahmte. Niederstotzingens Bürgermeister Markus Bremer enthüllte mit Förderverein-Vorsitzendem Hermann Mader zwei Mammut-Überreste: einen Unterkiefer mit zwei Backenzähnen und eine Elle.

Schamgefühl ablegen

„Heute sollten wir jegliches Schamgefühl ablegen“, meinte dann die Tübinger Wissenschaftlerin Dutkiewicz zu Beginn ihres knapp einstündigen Vortrags. Sie sprach von „Körper-Modifikationen“, worunter sie Einflussnahmen auf den eigenen Körper und dessen Aussehen versteht. „Jeder Mensch tut beispielsweise etwas mit seinen Haaren“, sagte sie. Schlussfolgerungen aus frühesten Menschheitsdarstellungen seien ausdrücklich gestattet.

Dutkiewicz referierte auch über Muskulatur, Tattoos, Narben, Beschneidungen oder Deformationen sowie über Bekleidung und Schmuck. Die „Körper-Modifikationen“, dienten der Ästhetik, Ritualen oder als Ausweis kultureller Identität. Sie ging auch auf die weltberühmte „Venus“ vom Achtal ein: „Da ist kein Teil des vorderen Körpers unverziert“. Haare, Bauch und Brust weisen feine Linierungen auf. pm

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