Herbrechtingen Stephan Holzinger: Vom Praktikanten zum Vorstandschef

War am Mittwoch beim Hartmann-Zukunftsforum als Experte für das Krankenhauswesen gefragt: Stephan Holzinger, ein gebürtiger Herbrechtinger.
War am Mittwoch beim Hartmann-Zukunftsforum als Experte für das Krankenhauswesen gefragt: Stephan Holzinger, ein gebürtiger Herbrechtinger. © Foto: Sabrina Balzer
Herbrechtingen / Günter Trittner 18.06.2018
Der gebürtige Herbrechtinger Stephan Holzer leitet heute die Röhn Klinikum AG.

Seit 1. Februar 2017 ist Stephan Holzinger Vorstandsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG. Der 50-Jährige, der für einen Strategieschwenk bei einem der größten Gesundheitsdienstleister in Deutschland steht und die fünf der AG gehörenden Kliniken mit 5300 Betten profitabler machen soll, stammt aus Herbrechtingen.

Von sich reden hat Holzinger auch schon damals gemacht. Als Student der Verwaltungswissenschaften an der Uni Konstanz hatte er sich als 23-jähriger um ein Auslandspraktikum in den USA bemüht. Sieben Monate paukte er intensiv Englisch und schrieb nach langem Abwägen direkt den US Senator John W. Warren an. Der Multimillionär und Ex-Ehemann von Elisabeth Taylor, der unter Nixon Minister war, galt auch in der Ära Bush als politisch sehr einflussreich. Er war ein führender Militärexperte und ein Top-Politiker der Republikaner. Holzinger bekommt den Job - und hat sein Leben neu justiert. Nach den Monaten in einem Schaltzentrum der politischen Macht hat der Herbrechtinger in Warren einen Freund und jede Menge Kontakte.

2001 machte er sich selbstständig

Nach Abschluss seines Studiums arbeitet Holzinger für einen US-Technologiekonzern und wechselt 1994 in die Konzernzentrale von BMW, wo er in mehreren Vorstandsressorts tätig ist, zuletzt als Unternehmenssprecher des Vorstandsvorsitzenden. Ab 2001 macht sich Holzinger selbstständig mit mehreren Beratungsunternehmen, die sich auf Krisenmanagement, Kommunikationsstrategien und Rechtsstreite spezialisiert hatten. „Holzinger ist ein ausgebuffter PR-Mann“ schrieb die „Süddeutsche Zeitung“ 2014.

Der Wechsel in die Gesundheitsbranche? „Das lag eigentlich nicht in meiner Lebensplanung“, lacht Holzinger. 2013 war er in den Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG gewählt worden. Und da war Holzinger nach dem Verkauf seiner Unternehmen „eigentlich fast schon im Vorruhestand.“ Die Branche reizt Holzinger und dass er aus der „klassischen Industrie“ kommt, scheint ihm kein Nachteil. „Die Branche braucht frischen Wind von außen. Es gibt hier sehr viele Besitzstandswahrer.“

Zu Gast beim Zukunftsforum

Diese Botschaft hat Holzinger auch am Mittwoch dieser Woche beim Zukunftsforum von Hartmann als geladener Experte verbreiten können.

Zu Herbrechtingen hat Holzinger keine Kontakte mehr. Auch der Vater ist mittlerweile weggezogen. Aber es gibt eine lange Familientradition. Seit dem Urgroßvater war ein Holzinger für Voith tätig gewesen.

Unter Holzinger soll die Rhön Klinikum AG zu einem Vorreiter in der digitalen Krankenhauslandschaft werden, hat die „Wirtschaftwoche“ die Aufgabe von Holzinger.

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