Söhnstetten / Klaus-Dieter Kirschner  Uhr
Der Söhnstetter Maibaum steht immer noch – und das Mitte Juni. Warum? Weil sich gefiederte Zeitgenossen offenbar ein Zuhause in der Krone eingerichtet haben.

Nadeln hat der Maibaum auf dem Roten Platz in Söhnstetten schon länger kaum noch welche in seiner Krone: Trotzdem, es ist Mitte Juni, bleibt der Maibaum zunächst stehen. Die Feuerwehrabteilung gewährt noch einige Wochen Galgenfrist, weil oben in der Krone Elstern sich ein Nest gebaut und Nachwuchs ausgebrütet haben.

Noch dauert es, bis die kleinen Vögel ihren ersten Alleinflug unternehmen. Ihre Eltern, die zur Gattung der Rabenvögel gezählt werden, kommen immerhin auf eine Flügelspannweite von bis zu 60 Zentimetern und sind wegen ihres schwarz-weißen Federkleids und sehr langer Schwanzfedern von Weitem erkennbar. Man nennt diese Vögel auch diebische Elstern, weil sie gerne sich auf Blinkendes, aber auch auf Brillen, Ringe oder Löffel stürzen, wenn die achtlos auf einem Gartentisch herumliegen.

Die Feuerwehrleute mit einem Herz für Vögel wollten also nicht vor der Zeit den Maibaum zu Fall bringen und begründeten das mit einem entsprechenden Aushang am Stamm.