Bauhof Vier neue Stellen für mehr Grünpflege in Herbrechtingen

Ein Gutachten der Gemeindeprüfungsanstalt belegt: Der städtische Bauhof ist personell unterbesetzt.
Ein Gutachten der Gemeindeprüfungsanstalt belegt: Der städtische Bauhof ist personell unterbesetzt. © Foto: Oliver Vogel
MICHAEL BRENDEL 13.08.2013
Der städtische Bauhof hat zu wenige Mitarbeiter. Das ist die Kernaussage eines von der Gemeindeprüfungsanstalt erstellten Gutachtens. Konsequenz: Es werden vier zusätzliche Stellen besetzt.

Der Gemeinderat hat sich sehr lange hinter verschlossenen Türen mit dem Thema befasst, die Auswirkungen des von ihm gutgeheißenen Papiers werden aber wohl in aller Öffentlichkeit wahrzunehmen sein: Die Aufstockung des Personalbestands im Bauhof soll sich auch in einer intensiveren Pflege der städtischen Grünflächen niederschlagen.

Grundlage der anstehenden Veränderungen ist ein Gutachten der Gemeindeprüfungsanstalt, das zu einer klaren Aussage hinsichtlich der Personalstärke kommt: Gemessen an der Größe der Stadt und dem von ihm abzudeckenden Aufgabenspektrum müsste der Herbrechtinger Bauhof eigentlich 19,65 Mitarbeiter haben. Tatsächlich sind's aber nur 13. Hinzu kommt ein Vorarbeiter.

Daraus errechnet sich folglich ein Fehlbedarf von fünf bis sechs Stellen, der angesichts eines sehr hohen und dauerhaften Krankenstands genau betrachtet noch über dem ermittelten Wert liegt und jetzt zum überwiegenden Teil abgearbeitet werden soll. Im ersten Schritt hat die Stadtverwaltung die Stelle eines Malers sowie die eines Landschaftsgärtners ausgeschrieben. Letzterer übernimmt auch die Stellvertretung von Bauhofleiter Peter Scheuing.

Darüber hinaus sollen zwei Personen in städtische Dienste übernommen werden, die der Verwaltung bereits aus der Zusammenarbeit mit einer Zeitarbeitsfirma bekannt sind. Die dann noch verbleibende Lücke will die Stadt bis auf Weiteres über Fremdvergaben abdecken, die sich laut Dieter Frank, dem Leiter des Fachbereichs Bau, im gärtnerischen Sektor bewährt haben.

Deutlich problematischer stellt sich Frank zufolge die Situation beim Winterdienst dar. Fremdfirmen erwarteten aus Gründen der Planungssicherheit in wachsendem Maße verbindlich zugesagte Einnahmen und finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung neuer Fahrzeuge – oder sie hätten sogar überhaupt kein Interesse mehr, für die Stadt tätig sein. „Wir werden deshalb beim Winterdienst einige Strecken in die eigenen Zuständigkeit zurückholen“, so Frank, „nach wie vor aber auch externe Firmen beauftragen.“

Das wiederum hat Auswirkungen auf den Maschinenpark, dem die Gutachter der Gemeindeprüfungsanstalt das Zeugnis ausgestellt haben, nicht ausreichend ausgestattet und überdies zu alt zu sein, was wiederum teure Instandhaltungsmaßnahmen nach sich ziehe.

Der Gemeinderat hat infolgedessen zwei Anschaffungen genehmigt: Zum einen für 130 000 Euro ein Multifunktionsfahrzeug, das im Winterdienst und bei der Grünflächenpflege eingesetzt werden soll. Es verfügt über Hinterradlenkung, Räumschild und Streuer und kann mit den bereits vorhandenen Anbaugeräten bestückt werden; zum anderen einen Pritschenwagen für den Transport eines zusätzlichen Mähtrupps. Preis: 30 000 Euro.

Die jetzt beschlossenen Neuerungen, die auch den Wechsel des bisherigen Vorarbeiters ins Rathaus einschließen, wo er die Mannschaft des Fachbereichs Bau verstärken soll, bedeuten nicht das Ende eines umfassenden Prozesses. Da die im Herbrechtinger Bauhof Beschäftigten im Schnitt 50 Jahre alt sind – zum Vergleich: landesweit sind's gerade einmal 44 Jahre –, werden in näherer Zukunft nämlich einige Neu-Ruheständler ersetzt werden müssen.