Kreis Heidenheim Verschobene Prüfung: Was das für Schüler und Schulen bedeutet

Ärgerlich für Schüler und Schulen: Ausgerechnet die längste Prüfung, die im Fach Deutsch, muss in den Abschlussklassen an den Realschulen nun später stattfinden.
Ärgerlich für Schüler und Schulen: Ausgerechnet die längste Prüfung, die im Fach Deutsch, muss in den Abschlussklassen an den Realschulen nun später stattfinden. © Foto: Moritz Wussow/adobestock
Kreis Heidenheim / Lara Kaipf/Carolin Wöhrle 17.04.2018
Die kurzfristige Verschiebung der Deutsch-Abschlussprüfung wirbelt die Organisation an vielen Realschulen im Kreis durcheinander.

Weil an einer Realschule in Bad Urach ein geöffneter Umschlag mit Prüfungsunterlagen entdeckt wurde, mussten im ganzen Land die Realschul-Abschlussprüfungen im Fach Deutsch verschoben werden. Eigentlich hätten die Schüler am Mittwoch, 18. April, ihre Prüfung ablegen müssen. Neuer Termin ist jetzt der Freitag, 27. April.

In Realschulen in Heidenheim sorgt die Verschiebung für viel Unruhe: Mitten im auch sonst dicht getakteten Prüfungskalender kommt man ins Stolpern.

Längste Prüfung zuletzt

„Das ist schwierig für die Schüler“, sagt Gerd Bäuerle, Rektor der Eugen-Gaus-Realschule: Die längste Prüfung von allen (die Deutschprüfung dauert immerhin volle vier Stunden) sei nun ganz am Ende des Prüfungsreigens. „Das stellt nun eine noch größere Belastung dar“, so Bäuerle, der nicht nur an die Schüler, sondern auch sein Kollegium denkt.

„Die Korrekturzeit ist natürlich deutlich verringert“, so Bäuerle. Und auch insgesamt rutschten die schriftlichen Prüfungen weit nach hinten – und nach den Pfingstferien im Mai kommen bereits die mündlichen Prüfungen.

Alle müssen sich neu abstimmen

Und es geht nicht nur ums Lernen und Korrigieren: „Die Stundenplanänderungen und die neue Organisation sind schon eine große Herausforderung“, so Sylvia Birth vom Sekretariat der Adalbert-Stifter-Realschule im Schulverbund West. Immerhin müssen während der ausgefallenen Prüfung ja Unterrichtsstunden gegeben werden.

„Alle Schulen müssen sich neu absprechen und abstimmen“, so Kerstin Schleier, an der Freien Evangelischen Realschule für die Prüfungspläne zuständig: „Das sorgt auch für Unruhe im Lehrplan“. Und die neu angesetzten Prüfungen hätten ja auch geänderte Inhalte.

Tatsächlich müssen sich die Schulen jeweils nicht nur hausintern neu abstimmen: Weil die Zweitkorrekturen der Deutschprüfungen immer an anderen Schulen stattfinden, ziehen die neuen Termine weite Kreise.

Die Situation an den Schulen im Landkreis:

Im gesamten Landkreis gibt es neun Realschulen: vier in Kreisgemeinden, vier in der Stadt Heidenheim und eine in Giengen.

In den Kreisgemeinden allerdings sieht man die verschobenen Prüfungen einigermaßen entspannt.

Gabriele Straubmüller ist Schulleiterin der Steinheimer Hillerschule. Hier müssen 46 Schüler in zwei Klassen ihre Abschlusspartys noch einmal verschieben. „Der Großteil nimmt es aber wirklich gelassen.“ Für die Lehrer hingegen bedeutet es doch etwas mehr Stress.

Diesen Umstand hat man auch an der GWRRS in Sontheim erkannt und sich schon eine Lösung überlegt: „Wir sind da mit unseren Partnerschulen in Kontakt, die die Zweitkorrektur übernehmen“, erklärt Schulleiter Rainer Schulz. Angedacht wäre, die Frist für die Erstkorrektur noch ein wenig zu verlängern, bevor die Arbeiten dann zum Zweitkorrektor gehen.

Kultusministerin ist sauer

Ein Drama sind die verschobenen Prüfungen zwar nicht, sagt Schulz, „aber so etwas darf eigentlich nicht passieren“. Auf der anderen Seite seien die Schulleitungen heutzutage mit sehr vielen Dingen gleichzeitig beschäftigt. Und Fehler seien menschlich.

Deutlich weniger entspannt reagierte da die Kultusministerin: „Sicherheit beim Umgang mit den Prüfungsaufgaben hat für uns einen zentralen Stellenwert“, so Dr. Susanne Eisenmann.

„Umso ärgerlicher ist es, wenn die Verantwortlichen vor Ort nicht mit der gebotenen Sorgfalt und Sensibilität agieren. Dieses Fehlverhalten hat jetzt ganz konkrete Auswirkungen auf rund 40000 Schülerinnen und Schüler im Land.“

In Gerstetten werden 55 Schüler in drei Abschlussklassen noch etwas länger auf ihre Partys warten müssen. In Königsbronn sind es insgesamt 41.

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