Gemarkungswanderung Unerschrockene Truppe trotzt auch Sturm

Gut ausgerüstet trotzten etwa 30 Unentwegte bei der zweiten Etappe der Königsbronner Gemarkungswanderung Regen und Sturm, bewältigten mit Bravour 16 überaus feuchte Kilometer durch Wald und Feld.
Gut ausgerüstet trotzten etwa 30 Unentwegte bei der zweiten Etappe der Königsbronner Gemarkungswanderung Regen und Sturm, bewältigten mit Bravour 16 überaus feuchte Kilometer durch Wald und Feld. © Foto: Foto: Holger Scheerer
Königsbronn / holger scheerer 30.05.2013
Mit knapp 30 Teilnehmern war auch die zweite Gemarkungswanderung des Schwäbischen Albvereins, die entlang den Grenzen von Königsbronn führte, ein voller Erfolg.

Bei der Kerbenhofhütte in Zang empfing Bürgermeister Michael Stütz bei strömendem Regen und niedrigen Temperaturen die mit Schirmen und festem Schuhwerk bewehrte, knapp 30 Mann starke Truppe. Die Frage des Gemeindechefs, der ohne Schirm, dafür mit Hut der unfreundlichen Witterung trotzte, ob die Wanderung vielleicht nicht besser verschoben werden sollte, war mehr rhetorischer Natur. Jedenfalls wollte sich keiner der Anwesenden die Blöße gegeben, das von Georg Schledewitz und Hermann Widmann vom Schwäbischen Albverein generalstabsmäßig vorbereitete Unternehmen abzublasen.

Also los dann: Von der Kerbenhofhütte aus wurde rechterhand immer hart entlang der Gemarkungsgrenze ein großer Bogen um Zang herum geschlagen. Nach der Überquerung der Kreisstraße Zang/Bartholomä nahm man die Grenzstockhütte ins Visier. Auf der gesamten Strecke mussten, um dem Grenzverlauf möglichst eng zu folgen, die befestigten Schotterwege immer wieder verlassen werden. Durch Rückegassen, in denen man knöcheltief in Wasser oder Schlamm versinken konnte, arbeiteten sich die unerschrockenen Wanderer immer weiter vor.

Schledewitz warnte die Teilnehmer eindringlich, doch bitte vorsichtig zu sein, da aufgrund der Nässe jederzeit mit einem Ausrutscher gerechnet werden müsse. In gebührendem Abstand zur Gruppe folgte für alle Fälle ein Einsatzwagen des Deutschen Roten Kreuzes, um notfalls Fußkranke oder andere Ausfälle versorgen zu können. Die Besatzung blieb allerdings an diesem Tag arbeitslos.

An der Grenzstockhütte war Bauamtsleiter Jörg Bielke mit einem schweren Unimog aufgefahren. Dort erwartete er die immer noch unermüdlich und stramm marschierende Truppe mit Bier, Cola, Schnaps und Butterbrezeln. Noch immer goss es in Strömen. Die Frage nach einem Abbruch der Wanderung wurde angesichts des aktuellen Wetterberichtes, der von einer weiteren Verschlechterung der Witterung kündete, zwar kurz aufgeworfen, aber sogleich allseits verneint. Das Vesper hatte die Moral der Truppe merklich gestärkt, sodass an ein vorzeitiges Aufgeben nicht zu denken war.

Die ausgelassene Stimmung nutzte Günther Brommler, federführend am Heidenheimer Grenzstein-Lapidarium im Brenzpark beteiligt, für seinen kurzen Fachvortrag. Die ältesten Grenzsteine Württembergs stammen aus dem 15. Jahrhundert. Die um Königsbronn herum sind jüngeren Datums. Sie stammen meist aus der Zeit Napoleons, als auf dessen Betreiben im Jahr 1806 das Königreich Württemberg entstand.

Der Grenzverlauf der in beiden Richtungen fortlaufend nummerierten Steine wird durch eine Rille oder Kerbe auf deren Kopf angezeigt. Oft finden sich an der Seite Wappen, Herrschafts- oder Ortszeichen. In Königsbronn ist dies der Abtsstab, das Symbol für das Kloster. Heute haben die Steine nurmehr einen historischen Wert. Sie gelten als schützenswerte Kleindenkmale und fallen in den Zuständigkeitsbereich des Landesamtes für Denkmalpflege.

Nach der Pause an der Grenzstockhütte folgte zunächst ein Abstieg ins Brenzeltal, bevor ein saftiger Aufstieg die Teilnehmer zum nächsten Etappenziel, dem Wollenloch, führte. Hier musste die Grenze um 500 Meter überschritten werden, denn die rund 50 Meter tiefe Doline liegt bereits auf der Gemarkung Oberkochen.

Nach einem über 16 Kilometer langen Marsch unter teilweise auch stürmischen Bedingungen erreichte die unerschrockene Truppe gegen 16 Uhr erschöpft, aber glücklich den Endpunkt der Unternehmung, die Ziegelhütte. Die kommende dritte Königsbronner Gemarkungswanderung wird dann von dort aus am Sonntag, 7. Juli, den Ochsenberg in Angriff nehmen.

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