Itzelberg / Gerhard Stock Der SPD-Antrag zur Umwandlung der Uferstraße in eine Sackgasse soll in ein neu beauftragtes professionelles Konzept mit einfließen.

Um die Verkehrsprobleme am Itzelberger See in den Griff zu bekommen, hat Königsbronns Bürgermeister Michael Stütz mittlerweile in Eigenregie eine Expertise in Auftrag gegeben, die mit gut 8000 Euro zu Buche schlagen wird. Erstellen soll diese Konzeption das Fachbüro Brenner-Bernard, auf dessen Betrachtungen die bereits bestehenden Regelungen vor Ort basieren. Das ließ Stütz den Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung wissen und zeigte sich davon überzeugt, „dass wir das Problem lösen werden“. Er selbst sei bei diesem heiß diskutierten Thema „ergebnisoffen“, wolle aber eine Lösung mit Hand und Fuß und keinen kommunal- oder parteipolitisch motivierten Schnellschuss.

Im Kern geht es um die besonders stark unter „wildem“ Parken leidende Uferstraße, die künftig gesperrt werden soll, mit nur noch wenigen Ausnahmen. Zudem sollen seenahe Parkplätze in Zukunft kostenpflichtig und teuer werden, die Gebühren mit Hilfe von Automaten abgeschöpft werden. Neue Möglichkeiten eröffnet unter Umständen die angestrebte Erschließung einer Wiese an der Ecke Wiesenstraße/Kapellenstraße als zusätzlicher Parkplatz.Der Bürgermeister geht davon aus, dass die Gemeinde diese Fläche pachten kann, erste Gespräche mit den Besitzern seien positiv verlaufen.

In die nun beauftragte neuerliche Verkehrskonzeption ausdrücklich „mit einfließen“ soll der Antrag der SPD-Fraktion, die Uferstraße im Prinzip zur Sackgasse zu machen. Offiziell beraten wird dieser Antrag in der nächsten Sitzung des Gemeinderates Mitte Mai. Was die Verkehrsexperten vom Vorstoß der SPD halten, will die Verwaltung anlässlich der am Dienstag stattfindenden Großen Verkehrsschau vor Ort in Erfahrung bringen. Vorschnelles Handeln jedenfalls sei nicht angebracht, solange die Genehmigungsfähigkeit offen sei. So bekräftigte es Michael Stütz und warnte angesichts vieler komplexer Detailfragen etwa hinsichtlich Radfahrern und Anliegern auch davor, „falsche Erwartungshaltungen zu wecken“.

Endlich Ergebnisse erwartet

Zähneknirschend akzeptiere man diese Vorgehensweise, signalisierte Wolfgang Lutz für die SPD, wies jedoch die Unterstellung des Bürgermeisters zurück, es handle sich um ein Wahlkampfmanöver: „Wir haben das schon seit zwei Jahren in der Pipeline und die Bürger erwarten zu Recht nun langsam Ergebnisse in irgendeiner Form.“ Dass rechtliche Hürden zu nehmen seien, darüber sei man im Bilde.

Mit Problemen wegen rücksichtsloser Verkehrsteilnehmer kämpft die Gemeinde auch im Teilort Zang, wo nun die Königsbronner Straße mittels baulicher Umgestaltung der Fahrbahn verkehrsberuhigt werden soll. Durch die so bewirkte, nicht nur optische Verengung des Raumes möchte man „Raser“ effektiv bremsen, ihnen das oft zu schnelle Fahren verleiden. Ortsbaumeister Jörg Bielke stellte die vom Steinheimer Ingenieurbüro Helmut Kolb erstellte Planung vor und das Gremium stimmte dieser auch zu.

So schnell wie möglich sollen die Arbeiten nun ausgeschrieben und die Aufträge dann Mitte Mai vergeben werden. Wegen der Ende Mai stattfindenden Kommunalwahlen wäre die Vergabe ansonsten erst Ende Juli wieder möglich – zu spät für den angestrebten fließenden Übergang von den jüngst angelaufenen Hochwasserschutz-Tiefbauarbeiten in der Königsbronner Straße zur Neugestaltung der Fahrbahn. Deren Breite wird zugunsten der Gehwege von 6,50 Metern auf sechs Meter zurückgenommen, Bäume sollen gepflanzt werden, zusätzlich werden Verkehrsteiler installiert und der Bus hält künftig nicht mehr in einer extra Bucht, sondern auf der Straße.

Mehr Überwachung gefordert

Dass sich in Zang kaum jemand an Tempo 30 halte, beklagte Anwohner Michel Gold in der Bürgerfragestunde. Seitdem man wegen des Tiefbaus in der Königsbronner Straße mit der Lichtensteinstraße praktisch eine dritte Ortseinfahrt in Zang geschaffen habe, rausche der Verkehr einfach durchs Wohngebiet, darunter „ein Drittel der Fahrzeuge mit Aalener Kennzeichen“. Aber auch Busse, der Bürgerbus und andere Fahrzeuge der Gemeinde seien hier viel zu schnell unterwegs, „rauf und runter mit 70 oder 80 Sachen“. Angesichts dieser geballten Missachtung des Tempolimits forderte Gold mehr Kontrolle bzw. Überwachung des Verkehrs. Die Verwaltung versprach, diesen Wunsch dem zuständigen Landratsamt zu übermitteln.

Die gleiche Zusicherung bekam Josef Schierling aus der Zeppelinstraße, der für Königsbronn ebenfalls „völlige Missachtung“ der seit geraumer Zeit im ganzen Ort geltenden Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h festgestellt hat. „Das hat sich offenbar noch nicht rumgesprochen“, konstatierte der Bürgermeister und stellte zusätzlich als Sofortmaßnahme einen entsprechenden Aufruf an die Bevölkerung im Gemeindeblatt in Aussicht.

Rund um den Verkehr kreisten auch diverse Anfragen und Hinweise von Ratsmitgliedern an die Verwaltung. Große Sorgen bereitet offenbar eine Fußgängerampel an der Ortsdurchfahrt. Trotz angepasster Schaltzeiten fehlt offenbar nach wie vor eine angemessene Gelbphase, sodass nach Beobachtungen von Joachim Wötzel „von zehn Pkw fünf bei Rot durchfahren“. Aber auch die immer noch nicht reparierte Schallschutzwand an der B19, „Bodenerosion“ entlang der alten Landesstraße Richtung Zang und diverse inhaltlich veraltete Schilder im ganzen Ortsgebiet wurden kritisiert.

Gegen eine Erweiterung der Gastronomie am Itzelberger See hatte sich nicht zuletzt bei der Bürgerversammlung Widerstand geregt. Bürgermeister Michael Stütz wirft den Gegnern jetzt vor, „Emotionen gepusht“ zu haben.

Erstmals ein Blick aufs Ganze

Wegen stark gewachsenen Verkehrsaufkommens auf der B 19 mit manchmal Rückstaus bis Aufhausen haben Kraftfahrer in Königsbronn in den Stoßzeiten zunehmend Probleme mit dem Einfädeln, etwa von der Zeppelinstraße oder der Wilhelm-Hauff-Straße aus.

Von der Ansiedlung des Unternehmens YG-1 in Oberkochen und dem geplanten neuen Gewerbegebiet zwischen Königsbronn und Oberkochen wird eine weitere Verschärfung dieser Entwicklung erwartet. Vor diesem Hintergrund erfolge nun erstmals eine „gesamträumliche Betrachtung“, das Auftaktgespräch finde am 26. April im Landratsamt des Ostalbkreises statt. Das teilte Bürgermister Michael Stütz am Rande mit.

Mit Heidenheim habe Königsbronn einen starken Partner zur Seite, der von diesem Problem ebenfalls stark betroffen sei. gst